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Unwetter

Bayern zahlt bis zu 100% der entstandenen Schäden

stk bayern/Bernadette Schweiger/agrarheute
am
15.06.2016

Nach derzeitigen Schätzungen waren von den Unwettern bayernweit rund 1.700 landwirtschaftliche Betriebe betroffen. Der Schaden an landwirtschaftlichen Gebäuden und Infrastruktur wird auf bis zu 10 Millionen Euro geschätzt. Jetzt gibt es nochmal zusätzliche Hilfe für Betroffene.

Der Freistaat Bayern hat bereits unmittelbar nach dem Unwetter hochwassergeschädigten Betrieben in den am stärksten betroffenen Landkreisen über die Gemeinden und Landratsämter ein Sofortgeld von bis zu 5.000 Euro ermöglicht. Jetzt hat das Kabinett am Dienstag ein weiteres umfangreiches Hilfspaket für geschädigte Landwirte und Waldbesitzer aufgelegt. Die jetzt beschlossenen Soforthilfen werden auf das Sofortgeld und mögliche Versicherungsleistungen angerechnet.

Ausgeglichen werden Unwetterschäden an:

  • landwirtschaftlichen Kulturen sowie
  • an Gebäuden, Einrichtungen und Anlagen, land- und forstwirtschaftlicher Infrastruktur,
  • Maschinen und Geräten sowie
  • am Tierbestand und
  • an Lagerbeständen.

Einen Ausgleich gibt es auch, wenn das Hochwasser außergewöhnliche Ausgaben notwendig gemacht hat, beispielsweise

  • Futterzukäufe,
  • Reparaturen,
  • die Räumung von Produktions- und Gebäudeflächen oder
  • die Instandsetzung von Versorgungswegen.

So funktioniert's

  • Die Geschädigten in dem durch ein "Jahrtausendhochwasser" betroffenen Landkreis Rottal-Inn erhalten einen Ausgleich von bis zu 80 Prozent, in Härtefällen sogar bis zu 100 Prozent. Die Hilfen sind nicht an Bedingungen wie Bedürftigkeit oder bestehende bzw. mögliche Versicherungen geknüpft.
  • In den übrigen betroffenen Regionen, das sind Stadt und Landkreis Ansbach sowie die Landkreise Neustadt a. d. Aisch / Bad Windsheim, Weißenburg-Gunzenhausen, Landshut, Straubing-Bogen, Dingolfing-Landau, Kelheim, Passau, Weilheim-Schongau sowie Würzburg, werden bis zu 50 Prozent des Schadens erstattet.
  • Der staatliche Zuschuss beträgt maximal 50.000 Euro und wird mit einem Abschlag von 50 Prozent selbst dann gewährt, wenn der Schaden versicherbar gewesen wäre.
  • Die Untergrenze für Ausgleichszahlungen liegt bei 2.500 Euro.
  • Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen aufgrund von Überschwemmung und Starkregen werden als nicht versicherbar eingestuft und sind damit ausgleichsfähig.
  • Für alle Unwetter-Regionen gilt: Flächenschäden durch Starkregen - ohne Überschwemmungen - können nur ausgeglichen werden, wenn dadurch mehr als 30 Prozent der durchschnittlichen Jahreserzeugung zerstört wurde.
  • Anträge für die Hilfszahlungen nehmen die örtlich zuständigen Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten entgegen. Dort gibt es auch alle erforderlichen Unterlagen und Formblätter.
  • Die Schäden müssen dokumentiert sein, besondere Ausgaben durch Rechnungen und Belege nachgewiesen werden.
  • Die Schäden an Kulturen werden über Flächenpauschalen abgewickelt. Dafür braucht es eine Schadensschätzung durch das Amt oder durch anerkannte Flurschadenschätzer.
     
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