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GAP-Reform und Freihandel

BBV-Präsident Heidl fordert radikale Wende in der EU-Handelspolitik

BBV-Präsident Heidl und deutsche Europaabgeordnete
am Dienstag, 13.10.2020 - 10:06 (Jetzt kommentieren)

Zum Erhalt der bäuerlichen Betriebe und der landwirtschaftlichen Struktur in Bayern hält der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Walter Heidl, eine radikale Kehrtwende in der EU-Handelspolitik für notwendig.

„Deals wie das geplante Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten in Südamerika müssen der Vergangenheit angehören“, forderte Heidl nach einem Treffen mit dem Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament, Manfred Weber, und den beiden EU-Agrarpolitikerinnen Ulrike Müller und Marlene Mortler in München. Gerade beim Klima-, Umwelt- und Verbraucherschutz bräuchten die Bauern „eine ehrliche und nachhaltige Politik“, erklärte Heidl.

In der kommenden Woche stimmt das Europaparlament über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab. Damit stehe eine „wichtige Weichenstellung“ für die mehr als 100.000 bayerischen Bauernhöfe an, hob der BBV-Präsident hervor. Nach seinen Worten führen die Probleme durch den Klimawandel und nicht zuletzt die Corona-Pandemie schmerzhaft vor Augen, dass eine sichere Lebensmittelversorgung für die knapp 500 Millionen EU-Bürger keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist.

Arbeit der Landwirte ist systemrelevant

In diesem Zusammenhang bezeichnete Heidl die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern als „systemrelevant“. Schließlich lieferten sie einen immer wichtigeren Beitrag für den Erhalt der Lebensgrundlagen. „Damit die Bauernfamilien diese wichtigen Aufgaben auch künftig erfüllen können, ist eine verlässliche Unterstützung von Landwirtschaft und ländlichem Raum durch die EU-Politik notwendig“, so der Landesbauernpräsident.

Grundsätzlich sei die Land- und Forstwirtschaft beim Klimaschutz und beim Erreichen der Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen „ein entscheidender Teil der Lösung“, betonte Heidl. Durch den Green Deal, die Farm-to-Fork-Strategie und die EU-Handelspolitik müssten diese Potenziale gehoben und die hohen Umwelt-, Tierwohl- und Sozialstandard bei der Arbeit in Bayerns Ställen und auf den Feldern honoriert und geschützt werden.

Mit Material von AgE
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