Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Schlagabtausch

BfR-Präsident Hensel kontert Kritik von Häusling

Genschere Symbolbild
am Freitag, 26.07.2019 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Auf einen provokanten Tweet des Europaabgeordneten Martin Häusling reagierte BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel mit einem Offenen Brief.

BfR-Präsident Andreas Hensel

In dem Schreiben weist Hensel den von Häusling unterschwellig vermittelten Eindruck, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sei von der Industrie beeinflusst und teilfinanziert, nachdrücklich zurück.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte ein Interview von Hensel mit dem "Tagesspiegel". Darin sagte der Institutsleiter, dass das BfR jedem Teilnehmer an drei geplanten Verbraucherdialogen über das Züchtungsverfahren der sogenannten Genschere eine Aufwandsentschädigung von 500 Euro anbieten werde. Der Betrag solle sicherstellen, dass kein Interessierter aus finanziellen Gründen den Veranstaltungen fernbleiben müsse, so Hensel im Interview mit der Tageszeitung.

Kritik an Aufwandsentschädigung für sozial schwache Interessenten

Diese Äußerung kommentierte Häusling am 19. Juli auf Twitter mit der Anmerkung "500 Euro von wem? Aus der Staatskasse oder von Bayer?". Das nahm Hensel nun zum Anlass zu einem Offenem Brief an den Europaabgeordneten.

Hensel: Völlig haltlose These

Der BfR-Präsident schreibt, der Tweet suggeriere, dass sich die Tagung durch Firmengelder finanzieren würde - "eine völlig haltlose und unbegründete These", so Hensel. Aus Gründen der Unabhängigkeit würden keine finanziellen Mittel aus der Industrie eingeworben. Darauf hätten das Institut und auch die Bundesregierung mehrfach hingewiesen.

Polemik ohne Sachkenntnis

Hensel schreibt, die Frage nach der Finanzierung sei in ihrer Polemik unbegründet und behindere den nötigen fachlichen Diskurs zur Sache. Als Europaabgeordneter wisse Häusling genau, dass die fachliche Unabhängigkeit des BfR politischer Wille sei und bereits bei der Gründung 2002 durch einen rot-grüne Regierung unter Federführung der damaligen Ministerin Renate Künast gesetzlich verankert worden sei.

Mit dem Tweet erwecke Häusling aber bewusst den Eindruck, dass er die Unabhängigkeit des BfR und die Ergebnisse der Verbraucherkonferenzen bereits vor Beginn und ohne Kenntnis der Sachverhalte in Frage stelle.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...