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BÖLW bekräftigt Kritik an Klöckners Kurs in der Borchert-Kommission

Mastschweine auf Stroh
am Dienstag, 26.01.2021 - 13:46 (1 Kommentar)

Der BÖLW drängt auf eine Umsetzung der Empfehlungen der Borchert-Kommission zum Umbau der Tierhaltung in Deutschland und bekräftigt seine Kritik am Kurs des Bundesagrarministeriums.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) drängt auf eine Umsetzung der Empfehlungen der Borchert-Kommission. Zugleich hat der Spitzenverband der Ökoerzeuger seine Kritik am Kurs des Bundeslandwirtschaftsministeriums in den Arbeitsgruppen des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung bekräftigt.

Gestern hatte agrarheute exklusiv über ein Schreiben des BÖLW-Vorstandsvorsitzenden Felix Prinz zu Löwenstein an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner berichtet. Darin hatte Löwenstein darauf hingewiesen, dass der BÖLW aus dem Kompetenznetzwerk ausscheiden werde, falls Vertreter des Bundesministeriums in den Arbeitsgruppen weiterhin für Kriterien unterhalb der gesetzlichen Vorgaben für die Ökoschweinehaltung in der höchsten Tierwohlstufe eintreten sollten.

Beschlüsse der Borchert-Kommission einhalten

BÖLW-Geschäftsführer Peter Röhrig erklärte mit Bezug auf den Artikel auf agrarheute.com: „Wir drängen schon länger darauf, dass die Beschlüsse der Borchert-Kommission umgesetzt werden.“ Zu den Beschlüssen gehöre, dass sich die höchste Stufe der Tierhaltung an den gesetzlichen Bio-Vorgaben orientiere. Das Bundesministerium setze sich allerdings dafür ein, dass die Standards für die Sauen- und Schweinehaltung deutlich darunterliegen sollten. Damit kündige Klöckner die Pläne der Borchert-Kommission auf, stellte Röhrig fest. Mit den Plänen des Bundesministeriums werde das Mehr an Platz, das Bio-Tierhalter ihren Schweinen im Vergleich zur höchsten konventionellen Stufe geben, nicht finanziert.

BÖLW: Entscheidung über Finanzierung wird hinausgezögert

Aus Sicht des BÖLW-Geschäftsführers kommt es vor allem darauf an, eine Umlagefinanzierung für den Umbau der Tierhaltung zu organisieren, wie sie von der Borchert-Kommission vorgeschlagen worden sei. Die Finanzierung werde aber vom Bundeslandwirtschaftsministerium „auf die lange Bank geschoben“, so Röhrig.

Als problematisch bewertet er ein Modell, bei dem auch Bio-Fleisch mit einer Fleischabgabe belastet würde. Dann würden Bio-Kunden nicht nur für die artgerechte Haltung der Bio-Tiere zahlen, sondern auch noch zusätzlich die konventionelle Tierhaltung mitfinanzieren, bemerkte Röhrig. Es würden jene Kunden doppelt zur Kasse gebeten, die eh schon zum tier- und umweltfreundlichen Fleisch griffen.

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