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Brexit

Boris Johnson verspricht Bauern Hilfe - und kassiert heftige Kritik

Agrarlandschaft in Wales
am Dienstag, 30.07.2019 - 14:21 (Jetzt kommentieren)

Der britische Premierminister Boris Johnson will die Landwirte nach dem Brexit besserstellen. Doch in Wales und Schottland ernten seine Aussagen heftige Kritik.

Boris Johnson

«Wenn wir die EU am 31. Oktober verlassen, werden wir die historische Chance haben, neue Maßnahmen zur Unterstützung der Landwirtschaft einzuführen - und wir werden sicherstellen, dass die Bauern einen besseren Deal bekommen», erklärte Johnson heute anlässlich eines Treffens mit Bauern in Wales. Er versprach, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) in Großbritannien abzuschaffen und neue Handelsabkommen zu schließen.

Der Regierungschef von Wales, Mark Drakeford (Labour-Partei), kritisierte den Premierminister daraufhin scharf auf Twitter: «Keine Anerkennung, dass Lebensgrundlagen in Gefahr sind. Keine ernsthaften Antworten. Kein Plan für die Bauern von Wales.»

Walisische Landwirte brauchen die EU-Förderung

Die Landwirtschaft in Wales ist stark von EU-Fördermitteln abhängig. Experten schätzen, dass zuletzt rund 80 Prozent der Einkünfte der walisischen Landwirte aus Töpfen der Europäischen Union kamen.

Nach Angaben des Finanzausschusses der Walisischen Nationalversammlung erhielt Wales zuletzt rund 680 Millionen Pfund (743 Millionen Euro) pro Jahr aus dem EU-Haushalt. 274 Millionen Pfund davon fließen als Direktzahlungen an Landwirte.

Daneben gibt es pro Jahr unter anderem 80 Millionen Pfund für Projekte aus Entwicklungsprogrammen für den ländlichen Raum und 295 Millionen Pfund sogenannte Strukturhilfen. Zu letzteren zählen zum Beispiel Gelder für Projekte zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen.

Johnson will den Brexit auch ohne Abkommen

Bereits am Tag zuvor war Johnson bei seinem ersten Besuch als Premier in Schottland ein scharfer Wind entgegengeweht: Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sagte, dass er das Land in eine «Katastrophe» treibe.

Der Premierminister will Großbritannien am 31. Oktober aus der Staatengemeinschaft führen - notfalls ohne Abkommen.

Nach einem Bericht der Zeitung «Guardian» will Johnson vorerst keine Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron führen. Er sei angeblich nur dazu bereit, wenn die Europäische Union den Brexit-Vertrag nachverhandelt.

Eine Regierungssprecherin wollte den Bericht am Dienstag in London auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur allerdings nicht kommentieren. Brüssel lehnt ein Aufschnüren des von Johnsons Vorgängerin Theresa May mit der EU vereinbarten Abkommens strikt ab.

Mit Material von dpa
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