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Düngeverordnung

Brandbrief: Merkel soll Düngeregeln entschärfen

am Donnerstag, 12.12.2019 - 09:20 (Jetzt kommentieren)

Führende Köpfe der Agrarbranche haben einen Brandbrief an Merkel geschickt. Sie soll sich für eine Überarbeitung der Düngeregeln einsetzen.

Merkel und Klöckner beim Agrargipfel

Führende Vertreter der deutschen Agrarwirtschaft hoffen weiter auf eine Nachbesserung der Vorschläge für eine Verschärfung der Düngeregeln. In einem gemeinsamen Schreiben haben die Spitzen von fünf Verbänden und der Initiative „Land schafft Verbindung“ an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, den fachlichen Bedenken gegen einzelne Maßnahmen wie eine generelle Reduzierung der Düngung in den so genannten „Roten Gebieten“ um 20 Prozent im Betriebsdurchschnitt Rechnung zu tragen und sich gemeinsam mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer für die Anliegen der Bauern einzusetzen.

Unterzeichnet haben das Schreiben die Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Hubertus Paetow, des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Franz-Josef Holzenkamp, des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), Jürgen Mertz, des Verbandes der Landschaftskammern (VLK), Gerhard Schwetje, sowie der Sprecher von „Land schafft Verbindung“, Dirk Andresen.

Brüssel lässt mehr Spielraum

Die Umsetzung eines erneut verschärften Düngerechts bereite einer großen Zahl von Landwirten erhebliche Sorgen, heißt es in dem Schreiben. Die Unterzeichner räumen ein, dass die Europäische Kommission für die anstehende Rechtsetzung wenig Raum lasse.

Dennoch seien auf dem Wege der Zielerreichung eines effektiven Gewässerschutzes alle wissenschaftlichen und faktenbasierten Grundlagen zu berücksichtigen, „um gleichzeitig die bedarfsgerechte Nährstoffversorgung der Pflanzen sicherzustellen, den Aspekten der Nachhaltigkeit gerecht zu werden und die von Verarbeitern und Verbrauchern geforderten Qualitäten insbesondere im Gemüse- und Getreideanbau zu erzeugen."

Bodenfruchtbarkeit ist gefährdet

Die 20 Prozentregelung laufe Gefahr, den Ansatz der Nachhaltigkeit, wie etwa beim Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, zu konterkarieren. Die Spitzenvertreter bekräftigen ihre Bereitschaft für einen effektiven Natur- und Grundwasserschutz.

Deswegen wolle man gemeinsam mit den Landwirten die Stickstoffeffizienz nachhaltig verbessern, modernste Technik nutzen und die einzelbetriebliche Beratung ausbauen.

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