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Wolfsmanagement

Brandenburg erlaubt Abschuss von Problem-Wölfen

Wolf im Wald
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Amelie Grabmeier , agrarheute
am
22.12.2017

Als erstes Bundesland regelt Brandenburg den Umgang mit Problem-Wölfen in einer eigenen Verordnung. Im Notfall wird der Abschuss erlaubt sein.

Als Teil des Wolfsmanagement-Plans unterzeichnete Umweltminister Jörg Vogelsänger eine Landeswolfsverodnung. Sie wird nach ihrer Veröffentlichung Anfang 2018 in Kraft treten.

Brandenburg will damit Einzelfallentscheidungen zu auffälligen beziehungsweise problematischen Wölfen rechtlich und organisatorisch besser absichern.

Umweltbehörde wird verantwortlich sein

Die Verordnung regelt den Umgang mit „Problemwölfen“ und Maßnahmen beim Wolfsriss von Nutztieren in gut gesicherten Anlagen. Sie beschreibt, wann ein Wolf als auffällig anzusehen ist.

Verantwortliche Behörde für das Vergrämen, Fangen oder Töten von Wölfen ist das Landesamt für Umwelt (LfU).

Prävention ist vorgeschrieben

Bevor Schritte gegen problematische Wölfe eingeleitet werden, müssen die Verantwortlichen Präventionsmaßnahmen durchführen. Getötet wird ein Einzeltier nur, wenn mildere Maßnahmen nicht fruchten. Aggressive Exemplare stellen eine Ausnahme dar. Das LfU beurteilt jeden Fall einzeln.

Nur „berechtigte Personen“ dürfen schießen

Nach der Landesverordnung dürfen nur „berechtigte Personen“ einen Wolf erlegen. Ist ein Abschuss notwendig, spricht das LfU zuerst den zuständigen Jagdausübungsberechtigten an. Wenn der nicht kann oder will, kann das LfU eine andere Person beauftragen.

Herdenschutz allein reicht nicht

„Der Wolf steht national und international unter Schutz. Unter diesen Bedingungen brauchen wir neben einem guten Herdenschutz klare rechtliche Regelungen, die Behörden einen Handlungsrahmen vorgeben, wenn Wölfe sich auffällig verhalten oder lernen, die anerkannten Schutzeinrichtungen in Nutztierhaltungen zu überwinden“, unterstrich Minister Vogelsänger.

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