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Wolfsmanagement

Brandenburg: Landtag stimmt für leichteren Abschuss von Problemwölfen

Wolfsrudel
am Freitag, 29.01.2021 - 09:49 (1 Kommentar)

Der brandenburgische Landtag will den Abschuss von Wölfen erleichtern, wenn sie Schafe und Ziegen reißen.

Mit großer Mehrheit beschlossen die Abgeordneten einen Antrag der rot-schwarz-grünen Koalitionsfraktionen. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, die brandenburgische Wolfsverordnung entsprechend zu ändern. Danach soll nach solchen Rissen der Abschuss von Wölfen aus Rudeln zulässig sein, die in der Nähe der Angriffe gesichtet werden.

Bislang muss vor einem Abschuss das Einzeltier identifiziert werden, das für die Wolfsrisse verantwortlich war, was praktisch kaum möglich ist.

Laut dem Antrag gab es im Monitoring-Jahr 2019/20 in Brandenburg 62 Wolfsterritorien, die von 47 Rudeln und zehn Paaren besiedelt waren.

CDU: Konfliktfreies Miteinander ermöglichen

„Wir geben damit den Wolf nicht zum Abschuss frei“, betonte der CDU-Landtagsabgeordnete Ingo Senftleben. „Wir wollen ein Nebeneinander von Mensch, Wolf und Nutztieren möglichst konfliktfrei gestalten.“ Die Neuregelung sei notwendig, weil auch das Bundesnaturschutzgesetz geändert worden sei. Danach sei der Abschuss von Wölfen nun zulässig, wenn einem Betrieb ernsthafte Schäden entstanden seien. Zuvor musste der Betrieb existenzbedrohende Schäden nachweisen.

So konnte ein Wolfsangriff bei einem kleinen Betrieb die Existenz bedrohen, bei einem größeren hingegen nicht, erklärte Umweltminister Axel Vogel (Grüne) in der Debatte. „Das ist widersinnig.“ Daher begrüße er die Klarstellung durch eine Neuregelung.

Eine romantische Wolfspolitik gefährdet die Weidetierhaltung

Unterschiedliche Auffassungen über das Wolfsmanagement hatten erst im Oktober vergangenen Jahres dazu geführt, dass die Landnutzerverbände in Brandenburg die Kooperation mit der Landesregierung einstellten. Der Landesbauernverband hatte der Regierung eine "völlig realitätsferne Wolfspolitik" vorgeworfen.

Die Probleme der Tierhalter, die durch die rasch steigenden Wolfszahlen in Deutschland entstehen, werden die Chefredakteure der drei großen Agrarmedien des deutschen Landwirtschaftsverlages (dlv) agrarheute, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt sowie LAND & FORST am kommenden Montag (1.2.2021) in einem Video aufzeigen, das unter anderem auf agrarheute.com zu sehen sein wird.

Mit Material von dpa
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