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Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen fordern Wolfsmanagement

Wolfsrudel
am Freitag, 05.10.2018 - 12:32 (Jetzt kommentieren)

Die Zahl der Wölfe wächst hierzulande unaufhörlich. Jetzt wollen Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen einen Entschließungsantrag beim Bundesrat einreichen. Er umfasst 10 Punkte für ein bundesweites Wolfsmanagement.

Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Wölfe wie in Brandenburg. Die Anzahl der Rudel wird aktuell auf 29 geschätzt, dazu kommen mehrere Paare und Einzeltiere.

Deshalb drängt das Land darauf, bundesweit endlich bessere Regelungen für den Umgang mit der streng geschützten Tierart zu schaffen. Ziel ist dabei vor allem die Rechtssicherheit im Krisenfall. Unterstützt wird Brandenburg von den ebenfalls stark wolfsbesetzten Nachbarländern Sachsen und Niedersachsen.

Deutsche Gesetze an europäische anpassen

Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger zu dem 10-Punkte-Papier, das dem Bundesrat vorgelegt werden soll: „Die Bundesratsentschließung soll zu einem praktikablen, bundesweiten Wolfsmanagement nach europäischem Recht führen, das die Bewertung und Beobachtung der Wolfspopulation, die Finanzierung von Präventionsmaßnahmen und Entschädigungsregeln einschließt. Dies sind auch die zentralen Säulen des Wolfsmanagements in Brandenburg. Die Bundesratsinitiative ist eine Stärkung für unser Brandenburger Wolfsmanagement.“

So soll beispielweise der Paragraf 45 Absatz 7 des Bundesnaturschutzgesetzes an den Artikel 16 der europäischen FFH-Richtlinie angepasst werden. Aufgrund von unterschiedlichen Übersetzungen des Begriffs „serious damage“ aus dem FFH-Originaltext ergeben sich gegenwärtig nämlich Unsicherheiten bei der Interpretation, unter welchen Voraussetzungen die Entnahme eines Wolfs erlaubt ist.

Volle Unterstützung für Weideterhalter

Auch die Forderung, Weidetierhalter bei der Umsetzung von Präventionsmaßnahmen einschließlich bei Unterhaltungsmaßnahmen für wolfssichere Zäune zu 100 Prozent zu fördern, wird von der Entschließungsvorlage unterstützt.

Vogelsänger dazu: „Die Nutztierhalter dürfen mit ihren Sorgen und Nöten, die sich mit der Rückkehr und Ausbreitung von Wölfen in Deutschland ergeben, nicht allein gelassen werden. Hilfestellungen für den Mehraufwand beim Herdenschutz sind ein Baustein, um mehr Akzeptanz für ein Nebeneinander von Weidetieren und der geschützten Tierart Wolf zu erreichen.“

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