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Kommentar

Brennpunkt: Skandalöse Zustände in Schlachthöfen

Schweinehälften im Schlachthof
am Dienstag, 18.12.2018 - 08:08 (Jetzt kommentieren)

In mehreren niedersächsischen Schlachthäusern haben skandalöse Zustände für Wirbel gesorgt. Einmal mehr haben die Kontrollmechanismen komplett versagt. agrarheute-Chefredakteur Dr. Uwe Steffin kommentiert die Vorfälle und fordert eine Videoüberwachung in Schlachthöfen.

Dr. Uwe Steffin

Die Bilder sind unglaublich. Sie sind abstoßend. Die Aufnahmen dokumentieren eine Quälerei von Nutztieren, die ich im Jahr 2018, mitten in Deutschland, nicht für möglich gehalten habe. Mehrere Schlachthöfe in Niedersachsen sollen in den letzten Monaten massiv gegen den Tierschutz verstoßen haben, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Verstöße schaden Landwirten

Für Sie als Tierhalter muss das frustrierend sein. Sie behandeln Ihre Tiere bis zum Schlachttag gut, um dann solche Bilder sehen zu müssen. Die Verstöße gegen den Tierschutz schaden den Landwirten massiv. Jeder Halter von Nutztieren muss aus ethischen wie wirtschaftlichen Gründen ein Interesse daran haben, dass Schlachthöfe sich an die Regeln halten.

Kontrolleure haben weggeschaut

Offensichtlich haben bei den in Niedersachsen dokumentierten Fällen alle Kontrollmechanismen versagt. Und offensichtlich haben viele der am Schlachtprozess Beteiligten weggeschaut – auch amtliche Kontrolleure! Natürlich stehen hinter solchen Skandalen fast immer Menschen, die unter enormem Leistungsdruck arbeiten und häufig Arbeiten erledigen müssen, für die sie nicht ausreichend qualifiziert sind.

Videoüberwachung sorgt für Transparenz

Eine Videoüberwachung ist deshalb überfällig. Die Livebilder müssten beim zuständigen Veterinäramt auflaufen und dort kritisch begutachtet werden – und beim kleinsten Verdacht auch dort gerichtsverwertbar dokumentiert werden. Es geht mir bei der Forderung nach Videoüberwachung nicht darum, alle Schlachtunternehmen unter Generalverdacht zu stellen. In vielen Schlachthäusern funktioniert der Tierschutz bei Entladung und Schlachtung tadellos.

 Zum Problem für alle werden aber die schwarzen Schafe, die Schlachthöfe, die sich nicht um den Tierschutz scheren.

Tierhalter sollten ihre Stimme erheben

Auch Tierhalter können einen Beitrag für mehr Tierschutz bei der Schlachtung leisten: Um Verstöße wegen fehlender Transportfähigkeit zu verhindern, sollten sie früh entscheiden, ob ein Tier zum Schlachthof transportiert werden kann. Kranke oder verletzte Tiere müssen auf dem Hof eingeschläfert werden, um unnötiges Leiden zu verhindern. Zudem sollten die Tierhalter ihre Stimme gegen Machenschaften von Schlachthöfen erheben, die ihre gute Arbeit durch tierschutzwidrige Machenschaften zunichte machen.

Den vollständigen Kommentar können Sie in der Januarausgabe des agrarheute Magazins lesen.

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