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Jahresausblick

Das sind die Brennpunkte der bayerischen Bauern in 2017

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Katharina Krenn, agrarheute
am
17.01.2017

Anbindehaltung, Ferkelkastration, Greening und Erdverkabelung – das sind die wichtigsten Brennpunkte des bayerischen Bauernverbands in diesem Jahr.

Bei der Neujahrspressekonferenz des Bayerischen Bauernverbands betonte der Verbandspräsident Walter Heidl die Bedeutung der Landwirte nicht nur für die Lebensmittelversorgung, sondern auch für den Erhalt der bayerischen Kulturlandschaft. Insbesondere dem Trend zur Regionalität sehe er in Bayern mit seiner klein-strukturierten Landwirtschaft Rechnung getragen. Diese Landwirtschaft gelte es zu erhalten. Deshalb gebe es von Seiten des BBVs auch ein klares ‚Nein‘ zu einer Abschaffung der Anbindehaltung und auch ein ‚Nein‘ zum Wolf in Bayern. Das sind die Brennpunkte der bayerischen Bauern:

Anbindehaltung ohne Fristende

In Bayern wirtschaften derzeit noch 50 Prozent der Milchviehbetriebe mit Anbindehaltung. Der Bauernverband bekennt sich klar zur Weiterentwicklung der Haltungen von Milchvieh, aber eine Frist zur Abschaffung der Anbindehaltung führe unweigerlich zu einem "Wachsen oder Weichen" und stelle die bayerischen Bauern ins Abseits. "'Wachsen oder weichen' ist für uns keine Option", erklärte Heidl mit Nachdruck.

Alternativen zur Ferkelkastration

Auch die derzeit gehandelten Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration seien für kleine Betriebe aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten kaum umsetzbar. Auch aus Tierschutz-Aspekten seien die vorgesehenen Verfahren – insbesondere die Kastration unter Vollnarkose – nicht zielführend. Daher plädiert der BBV für die Lokalanästhesie, die auch in der Humanmedizin bei kleinen invasiven Eingriffen die Betäubung der Wahl ist. Diese Methode sei auch für kleine Betriebe praktikabel. Dazu hat der BBV ein Rechtsgutachten erstellen lassen und werden dieses an den Bundeslandwirtschaftsminister übergeben.

Greening: Leguminosenanbau weiter ermöglichen

Lobende Worte kamen zum Thema Greening, das von den bayerischen Landwirten in vielen Fällen mit einem vermehrten Leguminosenanbau umgesetzt worden sei – jedoch von einigen NGOs schlechtgeredet werde, so Heidl. In diesem Zusammenhang betonte Heidl die Bedeutung des Leguminosenanbaus für die regionale Eiweißfuttermittelproduktion, der im Rahmen des Greenings möglich war und als Option weiter fortgeführt werden sollte . Allerdings müsse die Möglichkeit des Einsatzes von Pflanzenschutz auf den Flächen weiterbestehen.

Erdverkabelung und Trassenmaut

Beim Beschluss der Regierung zur Erdverkabelung der SuedLink-Trasse wurden die Bauern nicht gefragt, bedauert Heidl. Damit die Schäden an Natur und Boden möglichst gering bleiben, müssen die Landwirte bei der weiteren Planung und Umsetzung miteinbezogen werden. Nicht außer Acht gelassen werden sollte auch die Tatsache, dass es damit unweigerlich zu einer Wertminderung des Bodens kommt. Nicht nur Energieversorger und Gemeinden sollten daran verdienen, auch die Landwirte sollten einen fairen Anteil – Stichwort: Trassenmaut – haben.

Kein Wolf auf bayerischen Almen

Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit bis der Wolf sich auch in Bayern ansiedelt. Das sollte laut Meinung des Bauernpräsidenten nicht zugelassen werden. Der Wolf sei für die Almwirtschaft existenzbedrohend. Die Gesellschaft müsse sich der Entscheidung stellen: Wolf oder weitere Bewirtschaftung der Almen. Bedrohlich seien nicht nur mögliche Tierrisse, sondern auch die Auswirkungen der Anwesenheit des Wolfs auf die Herden. Die Ansiedelung einer Population sollte mit allen Mitteln verhindert werden, so Heidl.

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