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Agrareinkommen

Brexit bedroht britische Landwirte

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Norbert Lehmann, agrarheute
am
11.10.2017

Die Einkommen der britischen Landwirte könnten durch den Brexit um bis zu 60 Prozent zurückgehen. Das hat die Branchenorganisation AHDB errechnet.

Das britische Büro für die Entwicklung des Land- und Gartenbaus (Agriculture & Horticulture Development Board - AHDB) hat drei Szenarien für den EU-Austritt verglichen. Sie unterscheiden sich im Abbau der Stützmaßnahmen und dem Ausmaß der Handelsliberalisierung. Im schlechtesten Fall würde das durchschnittliche Betriebseinkommen der britischen Farmen um 23.000 GBP auf 15.000 GBP oder rund 16.750 Euro jährlich fallen. Das würde passieren, wenn London die Direktzahlungen abschafft, mit der EU kein Freihandelsabkommen schließt und die Einfuhrzölle auf Null setzt.

Bei einem Rest von Außenschutz gingen die Einkommen auf 20.000 GBP (22.370 Euro) zurück. Sollte die britische Regierung die Direktzahlungen und andere Stützmaßnahmen fortführen und ein Freihandelsabkommen mit der EU schließen, das den Zugang zum Binnenmarkt sichert, könnten die Landwirte auf der Insel mit stabilen bis leicht steigenden Einkommen rechnen.

Betriebe sollten Fitnesscheck machen

Aus der Folgenabschätzung leitet das AHDB ab, dass die britischen Landwirte ihre Betriebe unbedingt auf Situation nach dem Brexit vorbereiten sollten. Denn die Kalkulationen haben auch gezeigt, dass selbst im schlechtesten Szenario das Viertel der wirtschaftlich erfolgreichsten Betriebe weiterhin Gewinne erzielt. Darum sei es entscheidend, die Leistungsfähigkeit des eigenen Betriebes zu prüfen und zu verbessern, rät das Entwicklungsbüro.

Während Milchvieh- und Schweinehalter nach dem Brexit von höheren Erzeugerpreisen profitieren könnten, seien vor allem die Einkommen der exportorientierten Zweige Getreide und Schafhaltung in Gefahr.

Im Gartenbau könnten die Betriebseinkommen insbesondere unter steigenden Arbeitskosten leiden, wenn Arbeitskräfte aus der EU in Großbritannien mit Einschränkungen beim Aufenthaltsrecht rechnen müssen.

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