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Agrarhandel

Brexit: EU legt neue Import-Kontingente fest

Britische und Europa-Flagge
am
30.01.2019

Die Europäische Kommission hat am Montag die neuen Zollkontingente bekannt gegeben, die nach dem Brexit gelten sollen.

Containerschiff

Diese ermöglichen es beispielsweise den Vereinigten Staaten, Australien, Neuseeland und den lateinamerikanischen Ländern, eine bestimmte Menge lebender Tiere, Fleisch, Milchprodukte und anderer Erzeugnisse zollfrei in der EU zu exportieren.

Die neuen Kontingente zeigen, wie viele landwirtschaftliche Erzeugnisse zollfrei importieret werden können, wenn der derzeitige Anteil der britischen Importe entfällt. Bei der Berechnung des neuen Zollkontingents der EU wurden die britischen Einfuhren über einen Zeitraum von drei Jahren von den Gesamteinfuhren der EU für jedes einzelne Produkt abgezogen.

Aufgrund der unterschiedlich hohen Einfuhren Großbritanniens senkt die EU ihr Zollkontingent nicht für jedes Produkt. Zum Beispiel bleiben die Importe an lebenden Rindern bei 100 Prozent der aktuellen Menge.

Kontingente einseitig festgelegt

Die neuen Zollkontingente hängen jedoch nicht nur von der Art des Erzeugnisses ab, sondern auch von dem Land, aus dem es importiert wird. Je nachdem wie viel Handel dieses Landes mit Großbritannien hat, können die neuen Kontingente deutlich variieren.

Die Kommission hat mitgeteilt, dass es möglicherweise notwendig wird, diese neuen Tarife einseitig festzulegen, ohne dass diese neuen Werte zunächst mit den betroffenen Drittländern verhandeln werden können. Dies liegt an dem kurzen Zeitfenster bis zum Brexit.

Die EU muss die neuen Tarife jedoch festlegen, bevor die Tarife der WTO für Großbritannien gelten. Dieses wäre das Szenario für den Fall, dass es mit dem Vereinigten Königreich bis zum Brexit keine Vereinbarung (No-Deal) gibt.

Rechtsicherheit und reibungsloser Ablauf

Die neu festgelegten Kontingente sollen nach Aussagen der Kommission "die Rechtssicherheit und den kontinuierlichen und reibungslosen Ablauf der Einfuhren im Rahmen der Zollkontingente in die Union und in das Vereinigte Königreich gewährleisten".

Die britischen Einfuhren eines Produkts über einen Zeitraum von drei Jahren werden als prozentualer Anteil der gesamten EU-Einfuhren desselben Produkts im gleichen Zeitraum zu Grunde gelegt.

Dieser Prozentsatz wird dann auf das Zollkontingent angewendet. Dabei wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um den britischen Anteil handelt, während der Rest zum neuen Zollkontingent für die EU wird.

Große Unterschiede nach Produkten und Ländern

Schweinehälften

Ein Beispiel für eine Veränderung der Zollkontingente sind Rindfleisch und Schlachtnebenerzeugnisse aus Australien. Die EU wird nach Anwendung des neuen Satzes weniger als 35 Prozent der derzeit eingeführten Menge übernehmen.

Auch bei Rindfleisch aus Neuseeland kommt es zu einer erheblichen Reduzierung des Zollkontingents. Wobei die EU nach dem Brexit etwas mehr als 65 Prozent ihres derzeitigen Einfuhrniveaus übernehmen wird.

Für Schweinefleischprodukte aus den USA gilt ein neues Zollkontingent von 36 Prozent des derzeitigen Niveaus. Dagegen wird Schaf- und Ziegenfleisch aus Australien bei 20 Prozent gekappt.

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