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Brexit und Agrarhandel

Britische Farmer wollen in London demonstrieren

Vereinigtes Königreich
am Donnerstag, 30.01.2020 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Britische Farmer planen im März eine Groß-Kundgebung in London. Dabei geht es um die Zeit nach dem Brexit.

Agrarland UK

Zur Demo hat der britische Bauernverband NFU aufgerufen. Die Farmer sollen sich in der Hauptstadt treffen, um der Regierung ihre Ansichten über die Zeit nach dem Brexit zu verdeutlichen. Der NFU fordert von der Regierung, dass sie die britische Landwirtschaft nicht dem Freihandel opfern darf. Hintergrund sind die Verhandlungen mit der EU und anderen Staaten für die Zeit nach dem Brexit.

Vielen Farmern ist jedoch nicht klar, dass nach dem Austritt Britanniens am 31. Januar 2020 zunächst einmal weiter die bisherigen agrarpolitischen Regelungen und Auflagen gelten – und es bei Verstößen auch zu Sanktionen kommen kann.

Ziel der Demonstration in London ist es jedoch, klar zu stellen, wie eine künftige Handelspolitik des Vereinigten Königreichs aussehen soll. Dabei geht es auch um ein Verbot der Einfuhr von Lebensmitteln, die eigentlich nach Standards hergestellt wurden, die im Vereinigten Königreich illegal sind.

Der NFU will deshalb Landwirte, Verbrauchervertreter und Experten für Tierschutz und Umwelt zusammenbringen, um gemeinsam die Zukunft der britischen Landwirtschaft zu streiten. Die Massenkundgebung soll die Bedeutung der Landwirte für die Versorgung Britanniens mit sicheren, nachvollziehbaren und erschwinglichen Nahrungsmitteln klar machen.

Schutz der britischen Landwirtschaft

Containerschiff

Die Organisatoren der Kundgebung sind sich offenbar einig, dass die Standards der britischen Landwirtschaft auch bei zukünftigen Handelsabkommen gewahrt werden müssen. Die Veranstaltung findet am 25. März in London statt. NFU-Präsidentin Minette Batters sagte dazu: „Dieses Jahr sei absolut entscheidend für die Zukunft der britischen Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion.

Und weiter sagte Batters: „Nichts wird die Zukunft der Landwirtschaft mehr bestimmen als die Art und Weise, wie die Regierung Handelsgeschäfte mit der EU und anderen Ländern auf der ganzen Welt gestaltet. In London sollen Menschen aus der gesamten britischen Wirtschaft zusammengebracht werden, die die Bedeutung von Ernährung und Landwirtschaft anerkennen und schätzen".

Die NFU-Präsidentin betonte, dass die Teilnehmer sich einig sind, dass die Regierung an der Linie festhalten muss, die die hohen Standards der britischen Landwirtschaft bei Handelsabkommen einhält, und sie muss geährleisten dass die Importe, die ins Land kommen die demselben Standards einhalten.

Andernfalls könnten die britische Lebensmittelproduktion und unsere eigene einheimische Landwirtschaft untergraben werden, warnte Batters. Über sechzig Branchengruppen forderten kürzlich den Premierminister auf, die britischen Lebensmittelstandards nach dem Brexit zu schützen.

EU-Regeln gelten zunächst weiter

Farmer UK

Vielen britischen Landwirten ist allerdings nicht klar, dass die EU-Vorschriften, die zur Vermeidung von Bußgeldern und Strafen einzuhalten sind, nach dem 31. Januar weiterhin gelten. Die Bauernverbände warnen deshalb die Farmer „die Regeln und Vorschriften ab dem 1. Februar aus dem Fenster zu werfen“. Laut Farmers der Union of Wales (FUW) gelten die Standarts jedoch weiter.

Verstöße können also schwerwiegende Konsequenzen für Landwirte haben. Das Vereinigte Königreich wird während der Übergangszeit weiterhin mit der EU verbunden sein, was bedeutet, dass sich praktisch wenig ändern wird und alle Regeln weiterhin gelten.

Diese Regeln beinhalten auch jende die mit der Basiszahlung und anderen Transfers verbunden sind. Deshalb müssen die Farmer die Behörden auch über jegliche Landänderungen informieren, teilte die FUW mit. Die FUW betonte, dass dies nur eine von vielen von Regeln und Vorschriften sei, die sich nicht ändern würden, obwohl das Vereinigte Königreich Ende Januar aus der EU ausgetreten sei.

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