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Milchkrise

Brunner will 1 Milliarde Euro für Milchbauern

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Anke Fritz, agrarheute
am
26.05.2016

Kurz vor dem Milchgipfel fordert Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) eine Milliarde Euro Soforthilfe für in Not geratene Betriebe. Zusätzlich sollen Landwirte Steuererleichterungen bekommen.

Angesichts der schweren Krise der Milchbauern in Europa fordert Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) von der EU eine Milliarde Euro Soforthilfe für in Not geratene Betriebe. Zudem solle es für die Landwirte Steuererleichterungen geben, sagte Brunner der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag).

So sollen Landwirte Geld, das sie in guten Jahren verdient haben, steuerfrei zurücklegen dürfen, um sich in schlechteren Zeiten selbst zu helfen. Es gebe einige Möglichkeiten zu helfen, sagte Brunner. Darüber hinaus erwarte er jedoch, dass die Branche "eigenverantwortlich handelt".

DBV fordert Ergebnisse beim Milchgipfel

Der Deutsche Bauernverband fordert im Hinblick auf den Milchgipfel am 30. Mai konkrete und sofort wirksame Unterstützung. Gefordert seien Lösungen und Ergebnisse; Marktpartner und Politik dürften sich nicht hinter Problembeschreibungen verschanzen, sondern müssten einen echten Beitrag zur Überwindung der Krise liefern.

DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken betonte, dass Angebot und Nachfrage nur zwischen einzelnen Molkereien und ihren Landwirten gesteuert werden können. "Nur an dieser Stelle kann auf wechselnde Nachfragesituationen marktgerecht reagiert werden", erklärt Krüsken. Zudem müsse der Lebensmitteleinzelhandel auf dem Milchgipfel zeigen, was ihm die heimische Landwirtschaft und die Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion wert sei.

BDM fordert die Möglichkeit in den Markt einzugreifen

Wir müssen die Überproduktion in den Griff bekommen und entsprechend die Menge anpassen“, erklärte Hans Foldenauer, Vorstandssprecher vom Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) vorige Woche auf einer Veranstaltung mit rund 80 Landwirten in Rodenkirchen im Kreis Wesermarsch. "Wir wolle keine Rückkehr zur Milchquote und auch keine rein nationalen Lösungen. Aber wir wollen die Möglichkeit, in den Markt einzugreifen. Es ist besser, nicht nachgefragte Mengen erst gar nicht zu produzieren, als sie hinterher wegpacken und einlagern zu müssen", so der Referent aus Bayern.

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