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Tierzucht

Bund schränkt Zuchttierexporte in Nicht-EU-Länder ein

Viehtransport-Rinder
am Samstag, 29.10.2022 - 06:00 (Jetzt kommentieren)

Das Bundeslandwirtschaftsministerium zieht ab Juli 2023 alle deutschen Veterinärbescheinigungen für den Export lebender Wiederkäuer zu Zuchtzwecken in Nicht-EU-Staaten zurück. Damit will sie den Export von lebenden Tieren weiter einschränken.

Ab 1. Juli 2023 verlieren alle deutschen Veterinärbescheinigungen für Exporte lebender Rinder, Schafe und Ziegen zur Zucht in Länder außerhalb der EU ihre Gültigkeit. Das gab das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) am 28. Oktober bekannt. Zuvor wurden bereits die Veterinärbescheinigungen für alle Mast- und Schlachttiere aus Deutschland in Drittländer zurückgezogen. Das BMEL will damit den Tierschutz beim Transport weiter stärken.

Was will das BMEL statt Lebendtierexporten?

Anstelle lebende Tiere zur Zucht zu exportieren, will das Bundeslandwirtschaftsministerium einen stärkeren Fokus darauf legen, genetisches Material auszutauschen bzw. die Tierzucht bei Handelspartnern zu verbessern. Das Ministerium will zu diesem Zweck mit Nicht-EU-Ländern Veterinärzertifikate für den Export von beispielsweise Rindersamen abstimmen.

Wie sind Exporte lebender Tiere weiterhin möglich?

Die Entscheidung des Bundeslandwirtschaftsministeriums betrifft nur Veterinärzertifikate, die mit Deutschland abgestimmt wurden. Bescheinigungen für den Export, die direkt mit der EU abgestimmt wurden, bleiben weiterhin gültig. Somit bleibt hier die Möglichkeit zum Export aus Deutschland in Nicht-EU-Länder möglich. Außerdem können lebende Tiere mit den entsprechenden Zertifikaten zunächst in andere EU-Länder exportiert werden. Sofern diese Länder weiterhin die Ausfuhr von Lebendtieren nach außerhalb der EU erlauben, können Tiertransporte somit auf dem Umweg über andere EU-Staaten stattfinden. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir sagte dazu: "„Es ist keinem Tier geholfen, wenn nationale Verbote umgangen werden, indem Tiere zunächst in einen anderen Mitgliedstaat gebracht werden, um sie von dort aus in Drittländer zu exportieren. Die Europäische Kommission sollte nun schnell handeln.“

Mit Material von BMEL

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