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Trinkwasser

Bundesamt: "Die Zahlen der Grünen sind nicht haltbar"

Wassertropfen und Wellen
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Katharina Krenn, agrarheute
am
14.05.2018

Die Grünen machen die Landwirtschaft für höhere Trinkwasserpreise verantwortlich. Doch die Zahlen sind nicht belastbar, so das statistische Bundesamt.

Das ZDF und andere Medien berichten derzeit, dass die Trinkwasserpreise zwischen 2005 und 2016 um 25 Prozent gestiegen seien. Die Presse bezieht sich dabei auf eine Auswertung der grünen Bundestagsfraktion, die nach eigenen Angaben auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes basiert.

Das Statistische Bundesamt hat nun eine Richtigstellung veröffentlicht. Demnach sind die Preise für Trinkwasser in dem Zeitraum nur um 17,6 Prozent gestiegen. Die Verbraucherpreise insgesamt sind laut Bundesamt um 16,1 Prozent gestiegen.

Falsche Zahlen

„Bei den von der Grünen Fraktion herangezogenen Angaben handelt es sich nicht um Zahlen aus der Preisstatistik, sondern aus der Umweltstatistik, genauer um die Erhebung der Wasser- und Abwasserentgelte“, schreibt das Bundesamt.

Ein Zeitvergleich zwischen den Jahren 2005 bis 2016 könne aufgrund von methodischen Umstellungen im Berichtszeitraum nicht vorgenommen werden. So seien die Daten ab 2014 wegen konzeptioneller Änderungen in der Auswertung mit den Vorjahren nicht vergleichbar. Die Verbraucherpreisstatistik ist für einen Preisvergleich zwischen den Jahren 2005 bis 2016 als Quelle besser geeignet. Die Aussage, Trinkwasser wird immer teurer, ist in der Form für den kompletten Zeitraum 2005 bis 2016 anhand dieser Quelle nicht haltbar.

BBV: Haltlose Schuldzuweisungen

Vor diesem Hintergrund hat Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter die Landwirtschaft für die steigenden Trinkwasserpreise verantwortlich gemacht. Der Bayerische Bauernverband kritisiert die Schuldzuweisungen als haltlos.

Eine Anfragen der Grünen im bayerischen Landtag  hätte gezeigt: nur 26 von 1.768 Wasserversorger in Bayern müssen Trinkwasser wegen Rückständen aus der Landwirtschaft aufbereiten. Diese Daten würden durch einen aktuellen Bericht des Landesamtes für Umwelt bestätigt. Demnach erfüllten über 90 Prozent des Grundwassers in Bayern die strengen Vorgaben für Nitrat (50 Milligramm pro Liter) und Pflanzenschutzmittel (0,1 Mikrogramm pro Liter). Beim Rohwasser könnten sogar knapp 97 Prozent sofort und ohne weitere Aufbereitung als Trinkwasser verwendet werden.

Mit Material von Destatis/BBV

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