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Bundesrat verweist Wolfsdebatte in die Fachausschüsse

Wölfe jagen Schafe
am Montag, 22.10.2018 - 10:04 (Jetzt kommentieren)

Sachsen, Brandenburg und Niedersachsen haben am vergangenen Freitag im Bundesrat eine Initiative zum konsequenteren Umgang mit dem Wolf in Deutschland eingebracht. Die Länderkammer hat das Thema an die Fachausschüsse verwiesen.

Der Vorschlag, den Sachsen mit Unterstützung von Brandenburg und Niedersachsen in den Bundesrat eingebracht hatte, enthielt eine Erweiterung des Bundesnaturschutzgesetzes. Damit sollten die vorhandenen Spielräume des europäischen Rechts auch in Deutschland nutzbar werden.

Außerdem schlagen die Länder ein jährliches, internationales Wolfsmonitoring zur Bewertung der Wolfsbestände in Europa vor. Dabei soll auch die Möglichkeit der Bestandsregulierung erwogen werden.

Die Landesminister fordern Unterstützung vom Bund

Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt hatte den Bund im Vorfeld um mehr Unterstützung gebeten. Sicherheit und der Schutz des Menschen, so der Minister, müsse vor Artenschutz gehen.

Zu einem klügeren Wolfsmanagement rief Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies auf. Nur so sei die Akzeptanz für den Wolf auch in ländlichen Gebieten zu erhalten. Um die Art zu schützen, sei unverzichtbar, Tiere mit auffälligem Verhalten nicht einfach hinzunehmen. Der Entwicklung der Wolfspopulation müsse mit konsequentem staatlichem Handeln begegnet werden.

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus empfahl den Ausschüssen, sich auf die Aspekte zu beschränken, die vom Bund bislang noch nicht aufgegriffen wurden.

Stimmen aus den Verbänden

Bereits vor einigen Tagen hatte sich der landwirtschaftspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, zum Thema geäußert: "Wir müssen aufhören, den Wolf in Deutschland zu romantisieren. [...] Insbesondere die Weidetierhalter sind in Sorge. Diese Sorgen der Bürger nehmen wir ernst."

Und auch der Deutsche Bauernverband begrüßte die Initiative der drei Bundesländer. DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken dazu: „Wir müssen endlich anerkennen, dass eine uneingeschränkte Ausbreitung des Wolfes perspektivisch das Aus für die Weidehaltung von Schafen, Ziegen, Pferden und Rindern bedeutet.“

Umwelt- und Tierschutzverbände dagegen beklagen, dass der Antrag sich vor allem auf die Entnahme von Wölfen konzentriere, statt bessere Schutzmaßnahmen für Weidetiere zu präferieren.

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