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Pflanzenschutzmittel-Zulassung

Bundesregierung sieht keine Alternative zu Kupferspritzungen

Pflanzenschutz im Weinberg
am Donnerstag, 03.01.2019 - 16:15 (Jetzt kommentieren)

Die Bundesregierung hat der weiteren EU-Zulassung von Kupfer als Pflanzenschutzwirkstoff zugestimmt, obwohl die EFSA solche Präparate als gefährlich einstuft.

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion zum Einsatz kupferhaltiger Präparate als Pflanzenschutzmittel gegen Pilzkrankheiten in landwirtschaftlichen Kulturen hervor.

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) bewertet Kupferpräparate ökotoxikologisch und in Bezug auf Verbraucherrisiken als gefährlich. Dennoch stimmten die EU-Mitgliedstaaten Ende 2018 einer Verlängerung der Wirkstoffgenehmigung um sieben Jahre zu.

Höhere Kupferwerte unter Öko-Flächen

Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort mitteilt, wurden in Deutschland 2017 insgesamt 184 t Reinkupfer in Pflanzenschutzmitteln abgesetzt. Das Julius-Kühn-Institut (JKI) untersuchte zwischen 2009 und 2014 die Kupferbelastung in Böden unter Obst, Wein und Hopfen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kupfermengen zwischen 84 kg bis 334 kg Kupfer pro Hektar schwanken, bezogen auf eine Bodentiefe zwischen 5 und 20 cm. Dabei lagen die durchschnittlichen Kupferwerte unter ökologisch bewirtschafteten Flächen zwischen 14 und 47 Prozent über den Werten von konventionellen Flächen.

Nach Auffassung der Bundesregierung spiegelt die menschengemachte Anreicherung von Kupfer die Dauer und die hohe Intensität der Anwendung von Kupfer als Pflanzenschutzmittel in den vergangenen 150 Jahren wider.

Minimierungsstrategie läuft

Die Bundesregierung verweist darauf, dass in Deutschland bereits vor der Erneuerung der EU-weiten Wirkstoffgenehmigung eine gezielte Kupferminimierungsstrategie gegolten habe, die die jährliche Aufwandmenge in der Regel auf 3 kg Kupfer pro Hektar der jeweiligen Kultur begrenze, maximal jedoch bei Hopfen und bei Schwarzfäule im Weinbau 4 kg pro Hektar und Jahr ermögliche. Dieser Maximalwert sei nun EU-weit über die Laufzeit der aktuellen Genehmigung von kupferhaltigen Wirkstoffen bestätigt worden.

Ökologischer Landbau hat keine Alternative

Ferner heißt es in der Antwort der Bundesregierung, nach Einschätzung der zuständigen Behörden stünden im ökologischen Landbau keine Alternativen zu Kupfer als Mittel zur Bekämpfung von Falschem Mehltau, Kraut- und Knollenfäule sowie Schorf zur Verfügung.

Nach Angaben der Regierung werden im ökologischen Landbau etwa 2 kg Kupfer pro Hektar und Jahr zur Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule in Kartoffeln angewendet.

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