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Nachwachsende Rohstoffe

Bundesregierung will Anbau und Vertrieb von Hanf nicht erleichtern

Blick auf einen Faserhanfbestand auf dem Acker
am
15.07.2019
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Der Nutzhanf bleibt eine Pflanze unter Generalverdacht. Das ist zumindest die Botschaft, die aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zu lesen ist.

Die Fraktion Die Linke hatte darin die besondere Rolle des Hanfs als Rohstoff hervorgehoben. Sie hatte infrage gestellt, ob Nutzhanf weiter unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) fallen sollte.

Die Bundesregierung sieht aber derzeit keinen Handlungsbedarf, die Pflanze weiter zu fördern. In der Antwort listet die Regierung zwar Verwendungen auf, beschreibt, wie gut der Hanf im Anbau ist und wie effizient die Kontrolle. Aber Anbau und Vertrieb von Hanf wolle man dennoch nicht erleichtern.

Tackmann kritisiert "absurdes Entwicklungshemmnis"

Kirsten Tackmann

Unverständlich findet das Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke: „Das ist ein absurdes Entwicklungshemmnis, erst Recht angesichts des deutlich wachsenden Interessen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie beim verarbeitenden Gewerbe und im Handel an der großen Vielfalt von Nutzhanfprodukten. Nutzhanf hat nichts mit der Erzeugung bewusstseinsverändernder Rauschmittel zu tun.“

Die Sprecherin moniert weiter die hohen bürokratischen Hürden durch das BtMG und fordert eine Neubewertung des Nutzhanfs, damit er „eine reguläre Anbaukultur“ werden kann.

Auch der Deutsche Hanfverband sieht das Vorgehen der Bundesregierung kritisch: „Die Regierung behindert aus rein ideologischen Gründen die Entstehung von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen sowie die Verwendung einer ökologisch wertvollen Feldfrucht", sagt Florian Rister, stellvertretender Geschäftsführer des Verbands.

Hanf ist vielseitig verwendbar und anspruchslos

Dabei war man bereits auf einem guten Weg. 1996 hat der Bundestag den grundsätzlichen Bann über den Hanf gebrochen. Das Betäubungsmittelgesetz erlaubte fortan den Anbau von Nutzhanf.

Damit konnte die Pflanze unter strengen Auflagen wieder in Deutschland wachsen. Mittlerweile gibt es eine stattliche Produktpalette, die sich aus der Faserpflanze gewinnen lässt. Neben den Fasern für Kleidung und Dämmstoffe sind das etwa die Samen als gesundes Plus unseres Speiseplans und schließlich die Verwendung in der Medizin.

Die Pflanze ist aber nicht nur interessant, weil sie als Ganzes verwendet werden kann. Hanf gilt als genügsam und vergleichsweise resistent gegen Trockenheit. Zudem braucht er keinen Pflanzenschutz. Der Anbau von Hanf ist damit für viele Experten eine ideale Ergänzung in der Fruchtfolge.

In der August-Ausgabe von agrarheute finden Sie einen Beitrag, der den Hanf ins Rampenlicht stellt.

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