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Umweltschutz

Bundesregierung will Düngeverordnung erneut ändern

Gülleausbringung
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
31.01.2019

Die Bundesregierung hat der Europäischen Kommission heute Vorschläge für eine erneute Anpassung der Düngeverordnung vorgelegt. Das hat Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens in Berlin bestätigt.

Die zwischen dem Bundeslandwirtschafts- und dem Bundesumweltministerium abgestimmten Maßnahmen sollen den Brüsseler Erwartungen Rechnung tragen.

Aus Sicht der EU-Kommission sind im deutschen Düngerecht nach wie vor Lücken zu schließen, um für einen wirksameren Grundwasserschutz sorgen.

Zwischenfrucht vor Sommerkulturen verpflichtend

Die Maßnahmenliste umfasst

  • einen verpflichtenden Zwischenfruchtanbau vor Sommerkulturen,
  • ein Verbot der Herbstdüngung bei Wintergerste und Winterraps sowie
  • gesonderte Regelungen für Gebiete mit hoher Nitratbelastung.

Zum einen sollen in den sogenannten roten Gebieten die geltenden Sollwerte für die Düngebedarfsermittlung um 20 % niedriger liegen als andernorts. Zum anderen sollen die Länder größeren Spielraum erhalten, um in diesen Gebieten weitergehende Maßnahmen zur Reduzierung der Nitratbelastung zu ergreifen.

Schließlich soll die Einhaltung der Stickstoffobergrenze von 170 kg pro Hektar und Jahr für organische Düngemittel nicht mehr aufgrund von Durchschnittswerten, sondern schlagbezogen erfolgen.

Grüne sehen Klöckner widerlegt

„Die deutsche Düngeverordnung widerspricht weiterhin in wesentlichen Punkten dem EU-Recht zum Grundwasserschutz und muss dringend geändert werden“, erklärte Grünen-Agrarsprecher Friedrich Ostendorff. Die wiederholte Behauptung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die Düngeverordnung sei durch EU-Recht gedeckt, erweise sich damit als falsch.

Mit Material von AgE
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