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Jahressteuergesetz 2020

Bundestag begrenzt Umsatzsteuerpauschale für Landwirte

Ein Mann arbeitet mit Taschenrechner und Tablet im Büro
am Donnerstag, 17.12.2020 - 08:45 (Jetzt kommentieren)

Landwirte dürfen die Umsatzsteuerpauschale ab 2022 nur noch bis zu einem Jahresumsatz von 600.000 Euro nutzen.

Das sieht das Jahressteuergesetz 2020 vor, das der Bundestag gestern Abend (16.12.2020) in der vom Finanzausschuss geänderten Fassung beschloss. CDU/CSU und SPD stimmten für den Gesetzentwurf, die FDP votierte dagegen, AfD, Linksfraktion und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich.

Morgen dürfte der Bundesrat in seiner letzten planmäßigen Sitzung in diesem Jahr das Gesetz abschließend billigen.

Der Umsatzdeckel für Pauschalierer war notwendig geworden, weil die EU-Kommission im Februar dieses Jahres beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) Klage gegen die Regelung erhoben hat. Sollte Deutschland die Klage verlieren, drohen nach Einschätzung des Bundesfinanzministeriums Rückforderungen in Höhe von mehreren hunderten Millionen Euro.

Steuern sparen mit verbessertem Investitionsabzugsbetrag

Folgende Steuerregeln, die für Landwirte wichtig sind, ändern sich mit dem Jahressteuergesetz 2020:

  • Ab ab 2022 dürfen nur noch land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit einem Gesamtumsatz von weniger als 600.000 Euro pro Kalenderjahr bei der Umsatzsteuer die Pauschalierung nach § 24 Umsatzsteuergesetz anwenden.
  • Der Durchschnittssatz für Pauschallandwirte beträgt weiterhin 10,7 Prozent. Die Höhe der Pauschale wird künftig aber jährlich überprüft.
  • Die Obergrenze für die Nutzung des Investitionsabzugsbetrags (IAB) nach § 7g Einkommensteuergesetz wird von 125.000 Euro Wirtschaftswert auf eine Gewinnobergrenze von 200.000 Euro umgestellt. Der Sofortabzug wird von 40 auf 50 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angehoben. Die entsprechenden Wirtschaftsgüter müssen nur zu 50 Prozent im Betrieb genutzt werden statt bisher 90 Prozent.
  • Die Steuerregeln für die Aufteilung von landwirtschaftlichen Betrieben und das Ausscheiden von Gesellschaftern werden unternehmerfreundlicher gestaltet.

Werbungskosten für Vermieter leichter abziehbar

Bei der Besteuerung von Mieteinnahmen wird die Regelung für besonders günstig vermieteten Wohnraum verbessert. Bisher können Werbungskosten vom Vermieter in diesen Fällen nur dann geltend gemacht werden, wenn die Miete mindestens 60 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete beträgt. Diese Grenze sinkt auf 50 Prozent. Damit soll verhindert werden, dass Vermieter aus rein steuerlichen Gründen Mieten erhöhen.

Außerdem gibt es Änderungen bei der Besteuerung von Zusatzleistungen des Arbeitgebers. Bis Ende 2021 verlängert wird mit dem Gesetz unter anderem die Regelung, nach der Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld steuerfrei bleiben.

Pauschale für das Ehrenamt steigt

Vereine und Ehrenamtliche werden mit dem Jahressteuergesetz gestärkt. Die Übungsleiterpauschale steigt ab 2021 von 2.400 auf 3.000 Euro und die Ehrenamtspauschale von 720 auf 840 Euro. Bis zu einem Betrag von 300 Euro wird ein vereinfachter Spendennachweis ermöglicht.

In den Zweckkatalog der Abgabenordnung für gemeinnützige Organisationen werden die Zwecke Klimaschutz, Freifunk und Ortsverschönerung aufgenommen.

Mit Material von Bundestag
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