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Wolfsmanagement

Bundestag: So stehen die Parteien zum Thema Wolf

Wolf im Wald
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Katharina Krenn, agrarheute
am
02.02.2018

Im Bundestag steht derzeit der Wolf auf der Agenda. FDP, Grüne und die Linke haben jetzt ihre Forderungen gegenüber der Regierung eingebracht.

Die zunehmende Verbreitung des Wolfes in Deutschland stellt den Bund vor Herausforderungen. Viele unterschiedliche Regelungen, der Föderalismus und nicht zuletzt höhere Kosten für die Nutztierhalter fordern die Bemühungen um den Tier-, Jagd- und Artenschutz heraus.

Gestern brachten die Oppositionsparteien ihre Anträge zum Wolfsmanagement in den Bundestag ein. Das sind die Positionen der Parteien.

FDP: Wolf ins Jagdrecht

Die FDP verlangt in ihrem  Antrag an die Bundesregierung unter anderem, den Wolf als jagdbare Tierart in das Bundesjagdgesetz aufzunehmen. Darüber hinaus sollen einheitliche Standards für ein bundesweites Wolfsmanagement und Wolfsmonitoring geschaffen werden. Zudem seien zusätzliche finanzielle Mittel für die Schadensprävention und für Wolfsgeschädigte bereit zu stellen werden.

Aus Sicht der Liberalen hätten sich die Jäger als ausgebildete Fachkräfte im jeweiligen Jagdbezirk bewährt und seien in Notsituationen sehr schnell mobilisierbar. Eine Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht erkenne die besondere Bedeutung der Jäger an. Sie trügen die Verantwortung für ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur in ihrer Jagd und würden nicht zu Helfern in Ausnahmefällen degradiert.

Grüne: Umfassender Wolfsschutz

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen betrachtet die Rückkehr des Wolfes als einen großen Erfolg für den Artenschutz in Deutschland. Die Abgeordneten fordern daher die Bundesregierung in einem Antrag unter anderem dazu auf, sich auf allen Ebenen für einen umfassenden Schutz des Wolfs einzusetzen. Dabei sei das Ziel, eine stabile und ausreichend große Wolfspopulation zu erreichen und die Bedingungen für die natürliche Wiederansiedlung des Wolfes zu verbessern. Um eine höhere Akzeptanz des Wolfs zu erreichen, sprechen sich die Grünen für eine schnelle und unbürokratische Kompensation von Wolfsübergriffen auf Nutztiere aus.

Die Linke: Sofortmaßnahmen für Weidehalter

Die Fraktion Die Linke plädiert für Sofortmaßnahmen zum Schutz weidetierhaltender Betriebe vor Wölfen. In einem dafür vorgelegten Antrag  fordern die Abgeordneten unter anderem die Einführung eines Rechtsanspruchs auf finanziellen Ausgleich für Herdenschutz und Schäden durch Wolfsübergriffe. Dieser Anspruch soll bundeseinheitlich und praktikabel geregelt und finanziert werden.

Das Haftungsrecht bei Wolfsübergriffen will die Fraktion ebenfalls klar geregelt sehen. Dafür seien weitere Forschungsvorhaben zur Bestandsentwicklung von Wildtieren insgesamt und des Wolfs im Besonderen auf den Weg bringen, um "wolfssichere Herdenschutzlösungen für unterschiedliche Gebietskulissen" zu erarbeiten.

Mit Material von hib

Die Wolfsvorkommen in Deutschland im Überblick

Wolfsvorkommen-2017-2018-Deutschland
Wolfsvorkommen-2017-2018-Bayern
Wolfsvorkommen-2017-2018-Brandenburg
Wolfsvorkommen-2017-2018-Mecklenburg-Vorpommern
Wolfsvorkommen-2017-2018-Niedersachsen
Wolfsvorkommen-2017-2018-Sachsen
Wolfsvorkommen-2017-2018-Sachsen-Anhalt
Wolfsvorkommen-2017-2018-Thüringen
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