Login
Wahlanalyse

Bundestagswahl 2017: So wählten die Landwirte

Wahlurne
Thumbnail
Redaktion agrarheute, agrarheute
am
25.09.2017

Die Bundestagswahl 2017 war eine politische Zäsur. Wie die Landwirte gewählt haben, erfahren Sie hier.

Der Ausgang der Bundestagswahl 2017 bringt viele Änderungen für die Zusammensetzung des Parlaments. Während Union und SPD herbe Verluste hinnehmen mussten, feierten AfD und FDP mit zweistelligen Prozentpunkten den (Wieder-)einzug in den Bundestag. Linke und Grüne konnten ihre Stimmenanteile leicht ausbauen.

Nachdem die SPD bereits kurz nach der Wahl den Gang in die Opposition ankündigte, scheint derzeit die sogenannte Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen am wahrscheinlichsten. Doch zuvor gilt es für die Parteien, sich thematisch bei teils erheblichen Unterschieden - auch im Berich Landwirtschaft - anzunähern.

Wie haben die Landwirte bei der 19. Bundestagswahl abgestimmt? Die Forschungsgruppe Wahlen hat eine Analyse nach Berufsgruppen gemacht - mit überraschendem Ergebnis.

Wahlentscheidung der Berufsgruppe 'Landwirte'

Berufsgruppen Bundestagswahl

Wie Befragungen der Forschungsgruppe Wahlen am Tag der Bundestagswahl ergaben, wählten die Landwirte in Deutschland wie folgt:

  • CDU/CSU: 61 Prozent (-13 % geg. 2013)
  • FDP: 14 Prozent (+8 % geg. 2013)
  • AfD: 8 Prozent (+4% geg. 2013)
  • Bündnis 90/Die Grünen: 5 Prozent (+1 % geg. 2013)
  • SPD: 5 Prozent (-2 % geg. 2013)
  • Die Linke: 4 Prozent (unv. geg. 2013)
  • sonstige: 4 Prozent

DBV: 'Ambitionierte Agrarpolitiker im neuen Bundestag vertreten'

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat in einer ersten Stellungnahme zur Bundestagswahl hervorgehoben, dass auch die ländlichen Regionen eine spürbar höhere Wahlbeteiligung hatten. Viele ambitionierte Agrarpolitiker seien im neuen Bundestag vertreten. Für die anstehenden Koalitionsverhandlungen erwartet der DBV eine sachlich fundierte Erörterung der landwirtschaftlichen Themen und Entscheidungen im Sinne einer zukunftsträchtigen Landwirtschaft.

"Unsere Bauern haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie für Veränderungen und Weiterentwicklungen bereit sind und sie aktiv gestalten. Eine künftige Agrarpolitik mit Perspektiven sollte diesen Prozess unterstützen und Sorge dafür tragen, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft erhalten und weiter verbessert wird", erklärte DBV-Präsident Joachim Rukwied. Eine kleinteilige und bürokratische Überregulierung würde Deutschland als leistungsfähigen und nachhaltigen Landwirtschaftsstandort schwächen.   

Holzenkamp möchte 'Agrarpolitik aus einem Guss'

"Insbesondere in der Agrarpolitik muss die neue Bundesregierung eine Politik aus einem Guss konzipieren und konsequent umsetzen", sagt der ehemalige CDU-Agrarsprecher und jetzige Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) Franz-Josef Holzenkamp nach der Wahl und setzt "auf einen konstruktiven Dialog mit Parlamentariern und Regierung über die künftige Ausrichtung der Agrarpolitik".

Holzenkamp erhielt bei den beiden vergangenen Bundestagswahlen in seinem Wahlkreis Cloppenburg-Vechta übrigens prozentual die bundesweit meisten Direktstimmen. Nach seinem Abschied aus dem Parlament konnte nun auch seine Nachfolgerin Silvia Breher (CDU), Geschäftsführerin des Kreislandvolkverbandes Vechta, mit 57,7 Prozent das bundesweit beste Ergebnis bei den Erststimmen erzielen.

Auch interessant