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Bundesumweltministerium finanziert Gentechnikkritiker

am Montag, 27.08.2018 - 09:25 (Jetzt kommentieren)

Eine Antwort der Bundesregierung zeigt, dass die gentechnikkritische Organisation Testbiotech mit Steuergeldern unterstützt wird. Geschäftsführer von Testbiotech ist Christoph Then, der bis Ende 2007 bei Greenpeace Deutschland den Bereich Gentechnik und Landwirtschaft leitete.

Das Bundesumweltministerium unterstützt ein Projekt der gentechnikkritischen Organisation Testbiotech mit Steuergeldern.
Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung vom 13. August auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion
hervor. Demnach erhält der Verein bis 2020 insgesamt rund 203.600 Euro aus dem Bundeshaushalt zur Einrichtung der
Fachstelle Gentechnik und Umwelt (FGU).

Geschäftsführer von Testbiotech ist Gentechnikkritiker

Das Projekt soll neue Entwicklungen in der Biotechnologie- und Gentechnik in Bezug auf ihre Relevanz für den Natur- und Umweltschutz wissenschaftlich auswerten. Im Einzelnen geht es unter anderem um Zuchtziele, methodische Entwicklungen und um für die Biosicherheit relevante Aspekte wie Präzision und Methoden zur Untersuchung von unbeabsichtigten Auswirkungen. Dabei stehen auch die Wirkungen der erfassten Entwicklungen auf den Vollzug des
Gentechnikgesetzes im Fokus.

Geschäftsführer von Testbiotech ist der Tierarzt Dr. Christoph Then, der bis Ende 2007 bei Greenpeace Deutschland den Bereich Gentechnik und Landwirtschaft leitete, und der bekanntermaßen ein scharfer Kritiker der Gentechnik ist.

 

Mitglieder im Beirat der FGU

Im Beirat der FGU vertreten sind die

  • Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut),
  • das Gen-ethische Netzwerk (GeN),
  • die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL),
  • der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND),
  • der Bund Naturschutz in Bayern (BN) und
  • die Organisation Save Our Seeds (SOS).


Diese Organisationen legen nach eigenen Angaben die thematischen Schwerpunkte der FGU fest. Gleichwohl geht die Bundesregierung davon aus, dass die FGU wissenschaftlich unabhängig arbeite. Der Beirat habe lediglich eine beratende Funktion, während die fachliche Begleitung des Projektes durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) erfolge, heißt es.

Unterdessen forderte der Geschäftsführer des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), Christoph Minhoff, Klarheit und Transparenz. „Der deutsche Steuerzahler hat ein Anrecht darauf zu wissen, welche weiteren Nichtregierungsorganisationen und welche Kampagnen dieser Organisationen finanzielle Zuwendungen durch Bundes- und/ oder Landesministerien erhalten haben“, so Minhoff.

Testbiotech kritisiert einseitige Berichterstattung

Testbiotech kritisiert auf seiner Internetseite die einseitige Berichterstattung und schreibt: "Testbiotech legt Wert darauf, nach wissenschaftlichen Standards zu arbeiten und gleichzeitig unabhängig von den Interessen derer zu sein, die von Anwendungen der Gentechnik profitieren. Im Vordergrund unserer Arbeit steht die Perspektive des Umwelt- und Verbraucherschutzes. Diese Perspektive, die aus unseren Verlautbarungen klar erkennbar ist, rechtfertigt es aber nicht, uns als Lobby-Organisation oder Technikfeinde zu bezeichnen. Wir lehnen die Gentechnologie als Instrument der Forschung keineswegs ab. Wir sehen aber bestimmte Anwendungen sehr kritisch, vor allem, wenn gleichzeitig die Risiken und negativen Auswirkungen nicht ausreichend untersucht werden."

 

 

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