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China will Versorgungssicherheit - und baut dazu erstmals Genmais an

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am Dienstag, 28.12.2021 - 12:54 (9 Kommentare)

Die chinesische Staatsführung will die Produktion wichtiger Agrarrohstoffe 2022 gezielt ausbauen. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln soll auch unter Corona-Bedingungen gesichert werden. Dazu öffnet sich das Land erstmals für den Anbau von gentechnisch verändertem Mais.

Über Weihnachten hielt die chinesische Staatsführung in Peking ihre alljährliche Zentralkonferenz für ländliche Arbeit ab. Niemand geringeres als Staatspräsident Xi Jinping persönlich unterstrich bei dem Treffen die herausragende strategische Bedeutung eines gesicherten Angebots an Primärprodukten.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, forderte Xi Anstrengungen zur Sicherung der Getreideversorgung und den Schutz des Ackerlandes. Der Anbau von Sojabohnen und anderen Ölfrüchten soll ausgedehnt werden. Darüber hinaus forderte Xi eine sichere Versorgung der Chinesen mit Schweinefleisch, Gemüse und anderen Agrarerzeugnissen.

Hohe Weltmarktpreise verteuern die riesigen Importe an Mais und Soja

Die kommunistische Führung hat durchaus Grund, sich um die Ernährungssicherung zu sorgen. Die Corona-Pandemie hat die weltweiten Lieferketten von Agrarrohstoffen auf eine harte Probe gestellt, teilweise sogar unterbrochen. Die Preise für Mais, Soja und Weizen sind auf den Weltmärkten enorm gestiegen. Das belastet China als weltweit größten Importeur von Agrarprodukten erheblich.

So muss die Volksrepublik jährlich allein rund 100 Mio. t Sojabohnen importieren, um die Versorgungslücke im Land zu schließen. Das sind fast 60 Prozent des globalen Imports an Sojabohnen. Die inländische Produktion ist im Vergleich dazu gering. Sie dürfte 2021/22 zudem um rund 16 Prozent auf 16,5 Mio. t Soja gesunken sein, schätzt das US-Landwirtschaftsministerium (USDA).

Hingegen wird die Maiserzeugung voraussichtlich um 4,6 Prozent auf 272,6 Mio. t klettern. Gleichwohl ist China auch beim Mais der weltweit größte Importeur mit 26 Mio. t im laufenden Wirtschaftsjahr. Davon will Peking schrittweise loskommen.

China will seinen Ertragsrückstand verkleinern

Im Nachgang zur jährlichen Agrarkonferenz kündigte Landwirtschaftsminister Tang Renjian gegenüber der „Chinese Economic Daily“ an, die inländische Versorgung mit Getreide und Mais zu stabilisieren. Der Anbau von Sojabohnen und anderen Ölpflanzen werde ausgedehnt. Laut Xinhua sollen dazu unter anderem rund 6,7 Mio. ha Ackerland zusätzlich in Nutzung genommen werden.

Tang räumte ein, dass die Erträge bei Mais und Soja in China hinter jenen von Industrieländern wie den USA hinterherhinken. Für die Ernährungssicherung will die Staatsführung daher künftig auch auf Gentechnik setzen. Die Biotechnologie wird als Schlüssel zur Ernährungssicherheit gesehen.

GV-Mais soll kurzfristig zum Anbau zugelassen werden

Bisher importiert China lediglichgentechnisch veränderte (GV)-Soja und GV-Mais in großem Stil als Futtermittel für die riesigen Schweine- und Geflügelbestände. Im November stieß die Regierung jedoch eine Überarbeitung der Zulassungsbestimmungen für gentechnisch verändertes Saatgut an. Vor allem chinesische Züchtungsunternehmen sollen künftig GV-Maissaatgut zum Anbau im Inland vertreiben dürfen.

Am Montag (27.12.) schlug das Landwirtschaftsministerium in Peking laut Reuters vor, drei neue gentechnisch veränderte Maissorten zum Anbau zuzulassen. Ferner sollen sieben GV-Baumwollsorten genehmigt werden.

Wann der kommerzielle Anbau von GV-Mais in China startet, ist noch nicht klar. Beobachter rechnen aber mit einer kurzfristigen Markteinführung, eventuell bereits im kommenden Jahr oder aber 2023.

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