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Lehren aus der Corona-Krise

DBV: Starke Landwirtschaft wieder in den Mittelpunkt rücken

Maisaussaat
am Donnerstag, 09.04.2020 - 12:10 (Jetzt kommentieren)

Als Konsequenz der Corona-Krise soll die Ernährungssicherung wieder in den Mittelpunkt der EU-Agrarpolitik rücken. Das fordert der Deutsche Bauernverband (DBV).

In einer Erklärung des DBV-Verbandsrates heißt es, nach der Corona-Krise seien die agrarpolitischen Prioritäten zu überdenken. Die Ernährungssicherung und die Stärkung der europäischen Landwirtschaft müssten wieder in den Mittelpunkt der EU-Agrarpolitik rücken.

Konkret fordert das Verbandsgremium die Pläne der EU-Kommission für einen „Green Deal“ und eine Farm-to-Fork-Strategie auf den Prüfstand zu stellen. Beide Strategiepapiere stellen die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft in den Vordergrund, nicht die Produktivität und Wirtschaftlichkeit oder gar die Sicherung einer weitgehend autarken Lebensmittelversorgung in der Europäischen Union.

Der DBV meint, es müsse eine bessere Verbindung einer produktiven und effizienten Land- und Forstwirtschaft mit Umweltzielen gefunden werden. 


Rezession wird sich auf die Agrarmärkte niederschlagen

Nach Einschätzung des Bauernverbandes werden die Einschränkungen der Corona-Pandemie in den kommenden Wochen und Monaten weiter spürbar bleiben. Zunehmend würden sich auch die Folgen einer globalen wirtschaftlichen Rezession auf die Landwirtschaft und die Agrarmärkte niederschlagen, prognostiziert der DBV.


Zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen fordert der Deutsche Bauernverband:

  • die Darlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank zur Liquiditätssicherung weiter auszubauen um Varianten mit Bundesbürgschaft und erhöhtem Tilgungszuschuss
  • EU-Agrarmarktmaßnahmen zu starten; in der jetzigen Situation sei vor allem die Förderung der privaten Lagerhaltung das Mittel der Wahl
  • Einreisemöglichkeiten für Grenzpendler, die in der Landwirtschaft arbeiten
  • Weitere Erleichterungen für inländischeErntehelfer, vor allem höhere Zuverdienstgrenzen für Kurzarbeiter und eine vorübergehende Anhebung der Entgeltgrenze für 450 Euro-Jobs
  • Die Direktzahlungen sollen regulär im Dezember 2020 erfolgen, aber die Kontrollen sollen flexibilisiert werden; Corona soll als „außergewöhnlicher Umstand“ anerkannt werden, damit eine verspätete Antragstellung unschädlich bleibt
  • Eine Initiative für verlängerte Umsetzungsfristen und Flexibilisierungen, wenn gesetzliche Vorgaben wegen der Corona-Beschränkungen nicht umgesetzt werden können

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