Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Agrarumweltpolitik

Direktzahlungen: Bald pro Arbeitskraft statt pro Hektar?

Euro-Geldscheine werden übergeben
am Freitag, 25.10.2019 - 15:00 (Jetzt kommentieren)

Die EU-Agrarreform zu einer radikalen Agrarwende nutzen – das schlägt eine Denkfabrik der französischen Regierung vor.

Nach einer Studie der Denkfabrik France Stratégie, die die Regierung in Paris berät, sollten die EU-Direktzahlungen künftig nicht mehr nach Flächen und historischen Produktionsumfängen verteilt werden, sondern pro Arbeitseinheit auf den Betrieben.

Außerdem soll ein Bonus-Malus-System die Landwirte zu einer umweltorientierten Erzeugung motivieren. Das neue System soll bei einem gleichbleibenden EU-Agrarhaushalt durch Abgaben auf Dünger, Pflanzenschutzmittel und Antibiotika finanziert werden.

Diversifizierung unterstützen

France Stratégie schlägt vor, einen Bonus zur Diversifizierung der Fruchtfolge einzuführen. Das Geld dafür soll über eine Steuer von 20 Prozent auf Düngemittel und Pflanzenschutzmittel aufgebracht werden. Auf Antibiotika soll eine Steuer von 15 Prozent erhoben werden.

Der Erhalt von Grünland soll zum Schutz des Bodens und für die Kohlenstoffbindung unterstützt werden. Die Mittel hierfür sollen über eine Abgabe auf den Ausstoß von Treibhausgasen finanziert werden, die proportional zur Anzahl der aufgezogenen Tiere ist.

8.000 Euro pro Vollarbeitskraft

Um den Erhalt der Ökosysteme zu fördern, soll auch an Landwirte ein Bonus gezahlt werden, die ökologisch wertvolle Landschaftselemente erhalten. Die Unterstützung soll in langfristigen Verträgen vereinbart werden.

Eine "Grundvergütung pro Arbeitseinheit" würde unter Einhaltung der Umweltauflagen aus der derzeitigen ersten Säule der GAP gezahlt. France Stratégie beziffert die finanzierbare Prämie auf jährlich etwa 8.000 Euro pro Vollzeitarbeitskraft.

Von der Umverteilung würden vor allem Biobetriebe, Mehrkulturbetriebe und extensive Tierhaltungen profitieren. Benachteiligt würden intensiv wirtschaftende Marktfrucht- und Tierhaltungsbetriebe.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...