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Landwirtschaft und Agrarpolitik

Diskussion: Ohne die Landwirtschaft wäre Deutschland nicht lebenswert

Martin Richenhagen
am Mittwoch, 20.11.2019 - 14:41 (Jetzt kommentieren)

Die Bauernproteste reißen nicht ab. Vorige Woche redete AGCO-Chef Martin Richenhagen in Passau Tacheles.

Die Bauernproteste und die Debatte um die Rolle der Bauern in der Gesellschaft reißen nicht ab. In der vorigen Woche kam es in Passau zu einer Diskussionsrunde. Anlass war die Veranstaltungsreihe „Menschen in Europa“. Dort diskutierten neben Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner auch Martin Richenhagen, Vorstandschef des US-Landmaschinenherstellers AGCO und Gerd Sonnleitner, ehemaliger Präsident des Europäischen und Deutschen Bauernverbandes.

Das Thema der Diskussionsrunde war: "Vom Leistungsträger zum Sündenbock – Landwirtschaft am Pranger." Vor allem Martin Richenhagen redete vor 450 Zuhörern in Passau Tacheles (siehe Video unten). Vor der Veranstaltung demonstrierten erneut viele Bauern gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Der Bayerische Bauernverband übergab Ministerin Klöckner einen Katalog mit den Forderungen der Landwirte.

Die Ministerin versicherte den Bauern vor Ort: "Ich bin an Ihrer Seite." Sie versprach außerem, bei den Gesprächen über Insektenschutz die Landwirte stärker mit einzubeziehen. Sie kündigte außerdem eine "Road-Show" durch Deutschland an, um mit der Bevölkerung zu diskutieren und so die Akzeptanz für Landwirtschaft zu erhöhen.

Die Bundeskanzlerin interessiert sich nicht für Landwirtschaft

Dikussion in Passau

Martin Richenhagen ergriff in der Diskussion die Partei der Landwirte. Er sagte: "Die Bauern haben nämlich Recht. Die Bauen werden angegriffen. Und da geht etwas auseinander. Wenn man heute Bauer ist: Das sind alles Unternehmer. Vielleicht wären die ja viel besser untergebracht im Wirtschaftsministerium. Und die arbeiten mit großem Einsatz. Gehen große persönliche Risiken ein und erwirtschaften dafür ein sehr moderates Gehalt oder einen sehr moderaten Gewinn."

Weiter sagte Richenhagen: "Wenn ein Landwirt betriebswirtschaftlich gut drauf ist und überlegt was er pro Stunde rausbekommt – dann ist es schwer, der nächsten Generation zu sagen: Mach das auch mal!" Und weiter: "Das ist ein deutsches Problem. Die Deutschen sind Pessimisten. Die Deutschen sind gut darin den Zeigefinger auf andere zu richten. Jetzt sind mal wieder die Bauern dran. Das kommt ja immer in so Wellen - und ich glaube, dass ist nicht fair. Haben die Bauern Fehler gemacht – Ja – Aber die Bauern arbeiten so hart, dass sie wenig Zeit haben PR und Werbung zu machen. Vielleicht müssen wir uns ein bisschen besser nach außen darstellen."

Am Ende sagte Richenhagen: "Ohne die Landwirtschaft sähe Deutschland so aus, dass hier niemand leben wollte. Die Bauern schützten unsere Natur. Die Bauern sind die einzigen, die CO2 verbrauchen und binden können – dass kommt doch gar nicht vor. Die Bundeskanzlerin interessiert sich nicht für Landwirtschaft. Und ich hoffe, dass die Ministerin (Klöckner) sich nicht so daran hält und sich etwas mehr engagiert, weil die Bauern haben schon den Eindruck, sie interessieren sich nicht so richtig für sie. Und sie hat das Ministerium schon stillschweigend an das Umweltministerium abgegeben."

Mit Material von Passauer Neue Presse

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