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Zukunft der Landwirtschaft

DLG-Präsident Paetow fordert ökosoziale Transformation

Hubertus-Paetow
am Freitag, 30.04.2021 - 07:30

Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), hat im Interview mit agrarheute seine Sicht einer zukunftsfähigen Landwirtschaft vorgestellt: Vielfältiger, wettbewerbsfähiger und von einer „großen Investitionsoffensive“ getragen.

„Wie bunt die Landwirtschaft von morgen sein wird, können wir uns heute noch gar nicht vorstellen“. Dies betonte der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Hubertus Paetow im Interview mit agrarheute. Für den, der seine Produktionskosten gut im Griff habe, sei Wachstum der beste Weg. „Wer nicht wettbewerbsfähig ist, muss entweder aufhören oder etwas anderes machen. Das führt nicht zu Wachsen oder Weichen, sondern zu mehr Vielfalt“, so der DLG-Präsident.

Es braucht eine große ökosoziale Transformation

Damit die Landwirtschaft alle neuen Anforderungen, die die Gesellschaft an sie stelle, erfüllen könne, braucht es laut Paetow eine „große ökosoziale Transformation“. Dabei müssten die Rahmenbedingungen für Agrarumweltpolitik, Tierschutz und Tierhaltung genauso neu gesetzt werden wie für Ernährungssicherheit, landwirtschaftliche Einkommen und unternehmerische Freiheiten. Paetow zeigt sich überzeugt, dass der Wert von Ökologie, Tier- und Klimaschutz in Euro beziffert werden müsse. Nur so könne es gelingen, unternehmerische Entscheidungen in langfristig richtige Bahnen zu lenken.

Investitionsoffensive Zukunftslandwirtschaft

Paetow verweist im Gespräch auf eine Studie, wonach die Umweltkosten, welche von der Landwirtschaft verursacht werden, wesentlich höher sind als die Wertschöpfung durch die Erzeugung von Produkten. Diese Differenz muss durch technischen Fortschritt in der Agrarbranche reduziert und durch gesellschaftliche Investitionen in die Landwirtschaft kompensiert werden. Wörtlich sagt Paetow: „Ich träume von einer großen Investitionsoffensive Zukunftslandwirtschaft.“

Nachhaltigkeit durch Zertifizierung einen Preis geben

Damit Landwirte all diese Aspekte in ihrer Arbeit berücksichtigen könnten, müsse Nachhaltigkeit durch Zertifizierung einen Preis bekommen: Es sollte erreicht werden, „die gesamte Breite der Leistungen für Nachhaltigkeit zu messen und zu bewerten. Nur so kann man der Gesellschaft klarmachen, welche Gemeinwohlleistungen die Landwirtschaft erbringt und welche Kosten damit verbunden sind“, so Paetow gegenüber agrarheute.

Faires Spielfeld für Lebensmittelimporte

Eine zentrale Voraussetzung, damit dies funktioniert, ist laut Paetow ein „level playing field“ bei Lebensmittelimporten: „Importe müssen durch Preisaufschlag so teuer werden wie vergleichbare heimische Produkte. Die Gesellschaft bezahlt mit dem höheren Preis nicht die Bauern. Sie macht sich ehrlich, was ihre Nachhaltigkeitsforderungen angeht.“

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