Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Agrarbranche

Düngeverordnung und Corona drücken auf die Stimmung

Sojaaussaat Frühling
am Freitag, 17.04.2020 - 10:30 (Jetzt kommentieren)

Das Konjunkturbarometer Agrar für den Monat März zeigt: Die Landwirte sind optimistischer als im Dezember, aber verunsichert.

Nach den Ergebnissen des Konjunkturbarometers Agrar für den Monat März, hat sich die Stimmungslage der deutschen Landwirte gegenüber Dezember leicht verbessert. Mit 12,8 fällt der Indexwert jedoch weiterhin relativ niedrig aus.

Als Ursachen gibt der Deutsche Bauernverband (DBV) die ungünstigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie die Auswirkungen der Coronakrise an. "Diese Ergebnisse sind ein deutlicher Beleg für die anhaltend schwierige wirtschaftliche Situation und eine hochgradige Verunsicherung der Landwirte", so DBV-Präsident Joachim Rukwied. "Nicht nur die Verbreitung des Coronavirus, sondern vor allem die Verschärfung der Düngeverordnung drücken die Stimmung der Landwirte." Diese Verunsicherungen seien ein "Bremsklotz für Investitionen in die Zukunft der Betriebe".

Corona: geteilte Meinungen

11 Prozent der repräsentativ befragten Landwirte fühlen sich von der Corona-Krise in ihrem Wirken eingeschränkt. 26 Prozent wollen ihre geplanten Investitionen deswegen auf unbestimmte Zeit verschieben. Ein knappes Drittel der Landwirte sieht als Folge der Corona-Krise Marktprobleme auf sich zukommen. Besonders hoch ist dieser Anteil unter den Milchviehbetrieben. Fast die Hälfte der befragten Landwirte ist der Ansicht, wie es beim DBV heißt, dass die Krise dazu führt, dass die Landwirtschaft wieder einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft bekommen wird. Aber fast genauso viele sind der Meinung, dass durch den Virus die Sorgen und Nöte der landwirtschaftlichen Betriebe aus dem Blick geraten könnten.

Kaum Investitionen geplant

Konjunkturbarometer-dbv-Mrz-2020

Nur 29 Prozent der Landwirte wollen in den nächsten sechs Monaten investieren. Das für das nächste halbe Jahr geplante Investitionsvolumen liegt mit 4,0 Mrd. Euro um 0,1 Mrd. Euro unter dem entsprechenden Vorjahresstand. Rückläufig sind vor allem Investitionen in Wertschöpfung schaffende und Tierwohl fördernde Ställe. Einschließlich Hof- und Stalltechnik sind dafür im nächsten halben Jahr nur 1,7 Mrd. Euro an Investitionen vorgesehen. Das sind im Jahresvergleich 0,4 Mrd. Euro weniger. Die beabsichtigten Investitionen in Maschinen und Geräte sowie Erneuerbare Energien liegen dagegen bei einem unveränderten Volumen von zusammen 1,8 Mrd. Euro. Investitionen in nichtlandwirtschaftliche Zwecke wie für Wohngebäude legen zu.

Die Liquidität der Betriebe hat sich seit Dezember zwar kaum verändert, fällt aber im Jahresvergleich deutlich schwächer aus. In Futterbaubetrieben und in Betrieben im Osten Deutschlands ist die Liquiditätslage besonders häufig angespannt.

Weniger Sorge wegen ASP

Auf der Notenskala von 1 bis 5 wird die aktuelle wirtschaftliche Situation im Durchschnitt der Betriebe mit 3,06 etwas weniger ungünstig beurteilt als die künftige Entwicklung mit einem Wert von 3,28. Während die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation in den Veredlungsbetrieben gegenüber Dezember durch die globalen Marktentwicklungen infolge der in Südostasien grassierenden Afrikanischen Schweinepest nochmals besser ausfällt, bleibt die Lagebeurteilung in den Acker- und Futterbaubetrieben fast unverändert eher verhalten. Die Zukunftserwartungen hingegen sind in allen Betriebsformen wenig optimistisch, auch wenn Acker- und Futterbaubetriebe zuletzt wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken.

Vierteljährliche Befragung

Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Runde im März 2020 befragte das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt dazu 853 Landwirte in ganz Deutschland.

Noch Mitte März mehr Sorgen wegen Corona

Umfrage: Machen Sie sich Sorgen wegen Corona?

agrarheute hatte bereits Mitte März Landwirte befragt, wie diese die Corona-Krise einschätzen und ob sie sich Sorgen um ihre Betriebe machen. Das Ergebnis: 77 Prozent hatten zum Teil erhebliche Sorgen. Nur 23 Prozent der Umfrageteilnehmer sahen die Situation gelassen.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...