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Trockenheit

Dürre: BBV-Präsident Heidl fordert Soforthilfen für Landwirte

Ein trockenes abgeerntetes Getreidefeld
am Mittwoch, 03.08.2022 - 13:08 (1 Kommentar)

Staatliche Soforthilfen für Landwirte, die von der Trockenheit stark betroffen sind, fordert Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl. Der Bund soll zudem eine steuerfreie Risikorücklage einführen.

„Wir fordern staatliche Soforthilfen für schwer von Trockenheit und Hitze betroffene Betriebe“, erklärte der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Walter Heidl, heute (3.8.) in München.

Heidl zufolge ist die Lage auf zahlreichen Betrieben dramatisch. In ganz Bayern und besonders im Norden sei die Land- und Forstwirtschaft seit Wochen großer Trockenheit und Hitze ausgesetzt. Das Ausmaß sei regional unterschiedlich, hinterlasse aber deutliche Schäden auf den Äckern sowie auf Wiesen und Weiden.

Heidl verwies darauf, dass die Weizenernte in diesem Jahr schlechter ausfalle als in den vergangenen Jahren. Der Mais sei vor allem in Nordbayern oft so mickrig, dass einige Betriebe ihn jetzt vorzeitig ernten müssten. Und beim Grünland sei die Grasnarbe vielfach verdorrt.

Mehrjährige Tarifglättung in der Einkommensteuer verlängern

Die BBV-Präsidentenkonferenz verabschiedete angesichts der Dürreschäden ein Positionspapier. Darin fordert das Gremium vom Bund die Einrichtung einer steuerfreien Risikorücklage im Steuerrecht. Das würde es den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben erleichtern, ihr einzelbetriebliches Risikomanagement zu stärken. Zudem soll der Bund die 2022 auslaufende Regelung zur mehrjährigen Tarifermäßigung in der Einkommensteuer verlängern.

Hilfe zur Selbsthilfe durch Futterbörsen

Besonders schlimm betroffen von der seit Wochen anhaltenden Trockenheit in Kombination mit hohen Temperaturen sind laut Heidl die tierhaltenden Betriebe. „Hier kann unsere Futterbörse helfen. Überall wo möglich werben wir auch für den Zwischenfruchtbau zur Futternutzung, zum Beispiel über Nachbarschaftshilfen“, sagte der Verbandspräsident.

Zugleich forderte er von der bayerischen Staatsregierung eine langfristige Strategie zum Umgang mit der zunehmenden Trockenheit. Damit die Ernten stabil blieben, seien

  • mehr angewandte Forschung in einem Netzwerk von Betrieben,
  • mehr trockenheitsresiliente Pflanzen auf dem Feld,
  • eine beschleunigte Zulassung von weiterentwickelten Sorten und
  • ein nachhaltiges Wassermanagement notwendig.

Krisen zeigen die Systemrelevanz der Landwirtschaft

Darüber hinaus forderte der BBV die Landesregierung auf, bei der ab dem kommenden Jahr geplanten staatlich unterstützen Mehrgefahrenversicherung müsse das Trockenheitsrisiko ein verbindlicher Bestandteil werden.

Heidl erinnerte die Politik an die Bedeutung der Land- und Ernährungswirtschaft für die Versorgungssicherheit angesichts von Krisen wie der Corona-Pandemie und der russischen Invasion der Ukraine.

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