Login
Dürrekatastrophe

Dürrehilfen: Österreich legt Hilfspaket auf

Thumbnail
Josef Koch, agrarheute
am
07.09.2018

Wegen der Dürre erhalten Österreichs Bauern 60 Mio. Euro staatliche Hilfen. Ein Teil davon geht auch in Ertragsschadenversicherungen und speziell an Tierhalter.

KöstingerElisabeth-Agrarministerin Österreich

Mit einem Hilfspaket von rund 60 Mio. Euro greift die österreichische Regierung den dürregeschädigten Landwirten unter die Arme. Davon geht ein Drittel als Direkthilfen an die am stärksten betroffenen Landwirte, vor allem an die Tierhalter. 20 Mio. Euro fließen in Programme zur Wiederaufforstung der Wälder. Ebenfalls 20 Mio. Euro sollen investiert werden, um die Bauern dabei zu unterstützen, sich besser und intensiver gegen Elementarschäden zu versichern.

Vorgelegt haben das Hilfspaket Bundeskanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger. Es sieht vor, dass die finanzielle Unterstützung für alle Elementarrisikoversicherungen von 50 auf 55 Prozent angehoben wird. Damit steigt der Gesamtzuschuss zu diesen Prämien von derzeit 63 Mio Euro auf künftig rund 75 Mio Euro.

Gesenkt wird die Versicherungssteuer bei allen Elementarrisikoversicherungen, und zwar von 11 Prozent auf 0,02 Prozent. Eingeführt wird außerdem ein Prämiensystem für Tierausfallversicherungen. Auch hier werden Prämien mit 55 Prozent bezuschusst. Der Finanzaufwand beträgt dafür maximal 11 Mio. Euro.

Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber fordert für Deutschland, ebenfalls die Versicherungssteuer für Mehrgefahrenversicherungen zu senken.

Agrarkredite leichter zu stunden

Als weitere Maßnahme können Raten und Rückzahlungen für Agrarkredite leichter gestundet und die Laufzeiten von Krediten um ein Jahr verlängert werden. Das soll Betrieben helfen, die aufgrund der Ausfälle und Schäden ansonsten mit ihren Zahlungen in Verzug geraten würden.

Überdies werden Agrarsonderkredite „Trockenheit“ für Betriebe in betroffenen Regionen aufgelegt. Hier reicht die Darlehenshöhe von 5.000 Euro bis maximal 50.000 Euro. Der Bund gewährt Zinszuschüsse zu diesen Darlehen.

Tierhalter erhalten Direktbeihilfen

Um der regionalen Betroffenheit sofort entgegenzuwirken, wird es auch Direktbeihilfen für besonders betroffene tierhaltende Betriebe geben. Dafür stellt Österreich insgesamt 20 Mio. Euro zur Verfügung.

Das Hilfspaket umfasst zudem zahlreiche kleinere Sofortmaßnahmen wie die Öffnung der Biodiversitätsflächen. Die Gelder für die Forstwirtschaft werden einerseits für die Errichtung von Nass- und Trockenlager angeboten, damit das Schadholz zwischengelagert werden kann, und andererseits für die Vorbeugung von Schäden und die Wiederherstellung von Wäldern mit klimafitten Sorten bereitgestellt.

Mit Material von AgE
Das agrarheute Magazin
Aktuelles Heft Januar 2019
Jetzt abonnieren
Auch interessant