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Änderung im Steuerrecht

Einkommensteuer für Landwirte kann sich auch auf Kalenderjahr beziehen

Buchstaben STEUER auf einer Einkommensteuererklärung
am Montag, 08.06.2020 - 12:44 (Jetzt kommentieren)

Als Bezugszeitraum bei der Einkommensteuererklärung können Sie anstatt des landwirtschaftlichen Wirtschaftsjahres jetzt auch das Kalenderjahr angeben. Dieser neuen Regelung der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV) stimmte der Bundesrat am vergangenen Freitag zu.

Bisher mussten land- und forstwirtschaftliche Betriebe ihre Einkommensteuer jeweils für den Zeitraum von Juli bis Juni erstellen – das Wirtschaftsjahr für den Sektor ist in § 4a des Einkommensteuergesetzes festgelegt. Diese Regelung bleibt weiterhin bestehen, sodass Sie bei der Steuererklärung künftig zwischen der Angabe des landwirtschaftlichen Geschäftsjahres oder des Kalenderjahres wählen können.    

Besserer Überblick für Betriebsleiter und Banken

Gartenbaubetriebe und reine Forstbetriebe konnten sich schon vor der Neuregelung zwischen den beiden Zeiträumen entscheiden. Mit der Ausweitung auf landwirtschaftliche Unternehmen und Betriebe mit anteiliger Forstwirtschaft soll für Betriebsleiter, die gleichzeitig auch Gewerbetreibende sind, ein besserer Überblick zwischen den Unternehmen geschaffen werden.

So ist es beispielsweise für einen Landwirt, der zugleich als Gewerbetreibender Strom mit einer Biogasanlage erzeugt, übersichtlicher, beim jeweiligen Jahresabschluss für beide Geschäfte denselben Zeitraum zu wählen. Auch bei Landwirten, die gleichzeitig ein Lohnunternehmen führen oder Betreiber von Photovoltaikanlagen sind, wirkt sich dieser Vorteil aus. Bilanzen mit demselben Stichtag erleichtern darüber hinaus die Zusammenarbeit mit den Banken.

Finanzämter müssen über Beihilfen informiert werden

In die EStDV wurde außerdem eine neue Mitteilungspflicht für Behörden aufgenommen. Wurden einem Land- oder Forstwirt beziehungsweise einer entsprechenden Personenvereinigung oder juristischen Person Beihilfen aus öffentlichen Mitteln gewährt, müssen Behörden dies künftig dem Finanzamt melden. Dabei ist es unerheblich, ob die Beihilfen von der EU, dem Bund oder Land stammen. Die neue Regelung greift jedoch nicht bei Förderkrediten, Gewährleistungen, Bürgschaften, Garantien und Beteiligungen. Zur Umsetzung soll in den Behörden ein elektronisches Mitteilungsverfahren für Agrarsubventionen eingerichtet werden.

Mit Material von Agra Europe (AgE)
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