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Ferkelkastration

Ernährungsausschuss billigt Isofluran-Betäubung

Isoflurannarkose-Ferkel
am
05.06.2019
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Der Ernährungsausschuss des Bundestages hat heute einem Verordnungsentwurf zugestimmt, der die Ferkelkastration unter Isoflurannarkose durch den Landwirt erlauben wird.

Mit der sogenannten Ferkelbetäubungs-Sachkundeverordnung soll der Tierarztvorbehalt für die Ferkelkastration unter Narkose mit dem Wirkstoff Isofluran abgeschafft werden.

Damit würden auch Landwirte das Betäubungsmittel einsetzen dürfen, wenn sie nach einem entsprechenden Lehrgang die notwendige Sachkunde nachweisen können.

Bestandsschutz für vorhandene Geräte

Auf Betreiben der Koalitionsfraktionen wurde der Regierungsentwurf um eine Regelung zum unbefristeten Bestandsschutz bereits vorhandener Betäubungsgeräte ergänzt, auch wenn diese nicht den mit der Verordnung geplanten technischen Anforderungen entsprechen.

Ein Antrag der FDP-Fraktion, dass die Anschaffungskosten für mindestens ein Narkosegerät pro Sauenhaltung vom Bund übernommen werden sollten, wurde vom Ernährungsausschuss abgelehnt. Nach Einschätzung der Liberalen betragen die Kosten 3.000 bis 10.000 Euro pro Gerät.

Der Verordnungsentwurf wird nun Ende Juni in der letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause im Bundestag beraten. Dazu erklärte die CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher: "Es ist gut und wichtig, dass wir noch vor der Sommerpause die Durchführung der Narkose mit Isofluran bei der Ferkelkastration durch den Landwirt auf den Weg bringen. Den Sauenhalterinnen und Sauenhaltern wird damit fristgerecht eine Möglichkeit zur Kastration unter Schmerzausschaltung zur Verfügung stehen."

Nach dem Votum im Bundestag bedarf die Regelung der Zustimmung durch den Bundesrat, die im September erfolgen soll. Das Bundeslandwirtschaftsministerium will die Verordnung noch vor Jahresende in Kraft setzen.

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