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Ernährungsreport 2019: Jeder Vierte isst täglich Fleisch

Julia Klöckner
am
09.01.2019

Ministerin Klöckner hat heute den Ernährungsreport 2019 vorgestellt, der auf einer Forsa-Umfrage beruht. Das sind die Ergebnisse.

Es soll gesund sein und schnell zubereitet - aber vor allem soll es gut schmecken: Das ist einer neuen Umfrage im Auftrag der Bundesregierung zufolge den deutschen Verbrauchern beim Essen besonders wichtig. Der Griff zu Fertiggerichten liege im Trend, sagte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des Ernährungsreports 2019.

Für 99 Prozent der Befragten kommt es auf den Geschmack an, für 91 Prozent auf die Gesundheit und immerhin 48 Prozent achten auf eine einfache Zubereitung. 36 Prozent finden den Brennwert besonders wichtig und nur knapp ein Drittel (32 Prozent) legen laut eigenen Aussagen besonderen Wert auf den Preis der Nahrungsmittel.

Auch die Wünsche an Fertigprodukte wurden abgefragt. 71 Prozent der Verbraucher hätten demzufolge gern weniger Zucker in Pizza, Cola, Kuchen und Co., 38 Prozent plädieren für weniger Salz.

"Am Ende wird es alles nichts bringen, wenn es nicht schmeckt"

Die vorgestellten Umfragewerte sind natürlich nur ein Schaubild der jeweiligen Wünsche und Bekenntnisse. Das tatsächliche Verbraucherverhalten spiegeln sie nicht wider.

Dennoch zieht Klöckner Schlüsse für die Reduzierung von Zucker, Fett und Salz in Fertiggerichten, die sie in der Nationalen Reduktion- und Innovationsstrategie gemeinsam mit der Lebensmittelbranche voranbringen will. Sie setzt dabei auf Freiwilligkeit - beim Hersteller wie beim Verbraucher. Vorschriften nützten wenig, wenn die Produkte dann nicht mehr gekauft würden.

"Am wichtigsten ist, dass es schmeckt. Klingt banal, ist es aber nicht. Politik darf nicht am Lebensalltag vorbei entscheiden", erklärte die Bundesministerin gegenüber der Presse.

Nur in Prozent Veganer

Der jährliche Ernährungsreport beruht auf einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Demnach essen 28 Prozent der Deutschen täglich Fleisch und Wurst, nur sechs Prozent ernähren sich vegetarisch, davon 1 Prozent vegan.

Unterschiede gibt es zwischen den Geschlechtern, den Alterstufen und auch zwischen Ost- und Westdeutschland. Hier einige Ergebnisse aus dem Report:

  • 51 Prozent der Frauen kochen täglich, 16 Prozent der Männer dagegen stellen sich nie an den Herd.
  • 11 Prozent der 14- bis 29-Jährigen lässt sich mindestens einmal pro Woche Essen nach Hause liefern. Unter den Über-60-Jährigen ist es nur 1 Prozent.
  • Im Osten wird mehr Fleisch gegessen (43 Prozent essen täglich Fleisch; im Westen sind es nur 26 Prozent), aber auch mehr Obst und Gemüse (80 Prozent zu 69 Prozent).
  • Informationen zu ihren Lebensmitteln holen sich die meisten Verbraucher (78 Prozent) bei Gesprächen mit Freunden und Familie, 70 Prozent informieren sich anhand der Angaben der Hersteller.
  • Erstaunlich: Fast die Hälfte (48 Prozent) der Über-60-Jährigen holt sich Informationen über Lebensmittel aus dem Netz.
  • Und 72 Prozent beantworten die Frage nach dem Vertrauen in unsere Lebensmittel "voll und ganz" oder "eher ja", während 27 Prozent "eher nicht" oder "gar nicht" angeben.

Den kompletten Ernährungsreport können Sie auf der Seite des BMEL herunterladen.

Mit Material von dpa

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