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Pflanzenschutzmittel

Erneut keine Einigung bei Glyphosat

Totalherbizid wird ausgebracht
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
25.10.2017

Die Entscheidung über die weitere Zulassung von Glyphosat in der EU ist vertagt. Das zuständige Expertengremium hat heute in Brüssel erneut nicht über den Wirkstoff abgestimmt.

Wie die EU-Kommission mitteilte, will sie stattdessen in den nächsten Wochen "weiter mit den Mitgliedstaaten an einer Lösung arbeiten, die größtmögliche Unterstützung hat".

Derzeit ist Glyphosat lediglich noch bis Ende des Jahres zugelassen. Wenn sich die EU-Staaten nicht doch noch auf eine Neuzulassung einigen, dann ist die Verwendung von Glyphosat nach einer eineinhalbjährigen Übergangsphase verboten.

Die EU-Kommission hatte ursprünglich die weitere Zulassung für zehn Jahre vorgeschlagen, war aber am Dienstag auf fünf bis sieben Jahren zurückgegangen. Zuvor hatte das Europaparlament ein Verbot des Mittels ab 2022 gefordert.

Keine klaren Mehrheitsverhältnisse

In dem für die Entscheidung zuständigen Expertengremium, dem Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCoPAFF), gab es bis kurz vor der Sitzung keine klaren Mehrheitsverhältnisse.

Gegen eine Neuzulassung um zehn Jahre sprachen sich laut Greenpeace die Regierungsvertreter von Österreich, Frankreich, Italien, Belgien, Schweden, Griechenland, Kroatien, Slowenien, Malta und Luxemburg aus. Deutschland und Portugal wollten sich enthalten. Daraufhin verschob die Europäische Kommission die endgültige Abstimmung um ein weiteres Mal.

Bundesregierung berät mit FDP und Grünen

Die Bundesregierung will ihre Haltung zu Glyphosat mit den möglichen Jamaika-Partnern FDP und Grünen besprechen. Die Dinge in Berlin seien "im Fluss" sagte Regierungssprecher Steffen Seibert heute in Berlin. Im Rahmen dessen, was einmal sondierungsfreundliche Vorgehensweise genannt worden sei, werde das Thema "mit den Sondierungspartnern zu besprechen sein".

Die Bundesregierung ist nur noch geschäftsführend im Amt. Die Grünen sind strikt gegen eine erneute Zulassung von Glyphosat.

Mit Material von dpa
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