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Agrarlogistik

Ernte-Logistik: Agrarhandel fordert höheres LKW-Gesamtgewicht

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am Samstag, 13.08.2022 - 05:00 (2 Kommentare)

Die Branche fordert, dass für den Transport von Agrargütern ein Gesamtgewicht von 44 Tonnen für LKWs erlaubt wird.

Die große Hitze und vorgezogene Erntetermine machen nicht nur den Bauern zu schaffen. Auch die Transportbranche ist gefordert. Neben Lagerengpässen entstehen erhöhte Anforderungen an die Agrarlogistik, verglichen mit anderen Jahren, in denen sich die Erntesaison über einen längeren Zeitraum erstreckt. Agrarhandelsunternehmen müssen in diesem Jahr in kürzester Zeit hohe Warenmengen annehmen und weitertransportieren, damit die Lieferketten nicht abreißen und die Rohstoffe schnellstmöglich verwertet werden.

Binnenschifffahrt eingeschränkt - Rhein und Donau führen Niedrigwasser

Die Logistikbranche fehlen gegenwärtig zigtausende LKW-Fahrer in Deutschland. Hinzu kommen Personalausfällen durch die Pandemie und dem Krieg in der Ukraine. Außerden gibt es nun noch kaum befahrbare Wasserstraßen. Rhein und Donau führen Niedrigwasser.

Besonders im Fokus steht der Rhein, einer der wichtigsten Transportwege in Deutschland. Schiffe können bereits nur noch in der Fahrrinne fahren und müssen die Ladung so stark reduzieren, dass die Ladung eines Schiffes auf drei Schiffe verteilt werden muss.

Das erhöht nicht nur die Transportkosten, sondern bindet bereits enorm knappe Ressourcen der Binnenschifffahrt. Der Pegelstand an einem der wichtigsten Messstandorte Kalb ist aktuell auf 47 cm gesunken. Ab 40 cm ist der Rhein für die Binnenschifffahrt nicht mehr befahrbar.

Höhere Transportmengen über die Straße

Wenn der Schiffverkehr in Deutschland aufgrund sinkender Pegelstände zunehmend eingeschränkt wird, müssen alternative Logistikwege gefunden werden, damit der Handel mit Getreide und Ölsaaten nicht einbricht oder gar zum Erliegen kommt.

Vor diesem Hintergrund bekräftigt der Agrarhandel seine Forderung, LKW-Fahrten mit 44 Tonnen Gesamtgewicht für Agrartransporte freizugeben, um die Effizienz der Agrarlogistik zu erhöhen.

Agrarhandel: Jede siebte LKW-Fahrt könnte eingespart werden

„Durch die Anhebung um 4 Tonnen Gesamtgewicht könnte jede siebte LKW-Fahrt eingespart werden und kurzfristig, auf unbürokratische Weise ein Beitrag zum Ausgleich der akuten Knappheit im Logistiksektor geleistet werden“, betont Martin Courbier, Geschäftsführer des Agrarhandels e. V. in Berlin.

Der Transport mit 44 Tonnen sei im Kombinierten Verkehr auf deutschen Straßen bewährt und stelle keine neue infrastrukturelle Hürde dar. Auch bei Sturmschäden würden regelmäßig Ausnahmegenehmigungen für Rundholztransporte mit 44 Tonnen erteilt, damit die Schäden schnell beseitigt werden können.

Auch aus der Ukraine ließe sich mehr Getreide abfahren

„Insbesondere in Anbetracht der dringend benötigten Kapazitäten zur Getreideausfuhr aus der Ukraine, wäre eine temporäre Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts der LKWs von 40 auf 44 Tonnen eine effektive Entlastung für die Agrarlogistik“, merkt Christof Buchholz von Agrarhandel e. V in Hamburg an.

Da die Exporte über den Seeweg aufgrund vieler organisatorischer Hürden bisher nicht die Getreidemengen bewegen, die man sich von der „Getreidebrücke“ erhofft hat, bleibt der Transport über den Landweg nach wie vor ein essenzielles Puzzlestück der Agrarlogistik, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

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