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EU-Agrarpolitik

EU-Agrarministerrat: Markterholung nicht gefährden

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Katharina Krenn, agrarheute
am
24.01.2017

Auf dem EU-Agrarministerrat wurden Bedenken zu den hohen Magermilchbeständen in Intervention und dem geplanten Handelsabkommen mit Neuseeland laut.

Polen warnte vor dem geplanten Freihandelsabkommen mit Australien und Neuseeland. Besonders Neuseeland verfüge über einen starken Milchsektor, der den krisengeschüttelten Erzeugern in der EU zusetzen könne, betonte heute der polnische Landwirtschaftsminister im EU-Agrarrat in Brüssel. Wenn die EU demnächst mit Neuseeland und Australien über ein Freihandelsabkommen verhandle, müsse deshalb der Milchmarkt außen vor bleiben, forderte dieser.

Die EU-Kommission will zunächst eine Folgeabschätzung abwarten und dann die EU-Mitgliedstaaten um ein Verhandlungsmandat für Neuseeland und Australien bitten. Die EU-Mitgliedstaaten müssen Handelsgesprächen mit qualifizierter Mehrheit zustimmen.

350.000 Tonnen Magermilchpulver auf Halde

Knapp 100 Milchbauern demonstrierten am Rande des EU-Agrarministerrats in Brüssel. Sie sehen das Ende der Krise noch nicht gekommen. Im Februar werden die Preise wieder nach unten gehen, fürchtet die Vizevorsitzende des European Milk Board (EMB) Sieta van Keimpena. Die rund 350.000 Tonnen Magermilchpulver aus der Intervention müssten einmal auf den Markt und drückten jetzt schon die Preise. In der kommenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) müsse die Intervention wegen ihres Bumerangeffekts abgeschafft werden, erklärte van Keimpena.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan geht dagegen den Weg einer vorsichtigen Auslagerung von Magermilchpulver - bisher nur 40 t - aus der Intervention, um eine Erholung des EU-Milchmarktes nicht zu gefährden. Auch die EU-Bauernvertreter haben wiederholt betont, dass die Intervention ein wichtiges Marktordnungsinstrument ist und auch bleiben soll.

Mit Material von aiz

Demo in Brüssel: Bauern verschütten Milchpulver

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