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EU-Agrarpolitik: Fakten zur GAP

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Katharina Krenn, agrarheute
am
15.06.2016

1962 ist die Gemeinsame Agrarpolitik der EU in Kraft getreten. Zahlreiche Reformen hat sie seitdem durchlaufen und ihr Anteil am EU-Budget wurde immer kleiner.

Als die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) 1962 in Kraft getreten ist, stand an erster Stelle das Ziel die Ernährungsunsicherheit der Nachkriegszeit zu beseitigen. Die EU-Agrarpolitik hat in den letzten Jahrzehnten einen erheblichen Wandel erfahren, um den Landwirten bei der Bewältigung der neuen Herausforderungen zu helfen und dem Umdenkprozess in der Öffentlichkeit Rechnung zu tragen. Verschiedene Reformen haben dazu geführt, dass die Landwirte ihre Produktionsentscheidungen heute an der Marktnachfrage ausrichten, und nicht an Förderbeschlüssen aus Brüssel.

Formulierte Ziele der GAP

  1. die Produktivität der Landwirtschaft durch Förderung des technischen Fortschritts, Rationalisierung und den bestmöglichen Einsatz der Produktionsfaktoren, insbesondere der Arbeitskräfte, zu steigern
  2. auf diese Weise der landwirtschaftlichen Bevölkerung insbesondere durch Erhöhung des Pro-Kopf-Einkommens eine angemessene Lebenshaltung zu gewährleisten
  3. die Märkte zu stabilisieren
  4. die Versorgung sicherzustellen
  5. für die Belieferung der Verbraucher zu angemessenen Preisen Sorge zu tragen

So oft wurde die GAP reformiert

Seit ihrem Inkrafttreten im Jahr 1962 hat die GAP bereits mindestens sieben Reformen durchlaufen.

Erste Reform gab es 1968. Das Ziel war eine Verringerung der landwirtschaftlichen Erwerbsbevölkerung in einem Zehnjahreszeitraum um etwa die Hälfte und die Förderung größerer, effizienterer landwirtschaftlicher Betriebe.

Durch die jüngsten Reformen im Jahr 2013 (Greening) verlagerte sich der Schwerpunkt auf:

  • ökologischere Anbaumethoden,
  • Forschung und Wissensverbreitung,
  • ein gerechteres Fördersystem für Landwirte,
  • die Stärkung der Stellung der Landwirte in der Lebensmittelkette.

GAP 2020 - So könnte die GAP in Zukunft aussehen.

Soviel kostet die GAP

Die GAP schluckt rund 38 Prozent des EU-Budgets. In den 1980er Jahren waren es noch rund 70 % des EU-Haushalts. Gründe hierfür sind einerseits die Erweiterung des Tätigkeitsbereichs der EU und andererseits Kosteneinsparungen infolge von Reformen. Seit 2004 hat die EU dreizehn neue Mitgliedstaaten aufgenommen, ohne die Agrarausgaben zu erhöhen.

So sieht die GAP heute aus

Die GAP hat sich verändert, Subventionen gekürzt und setzt sie sich heute besonders für die Finanzierung des ökologischen Fortschritts ein.

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