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EU-Aktionsplan soll Ausbau des Ökolandbaus beschleunigen

Marktstand mit Biogemüse und Tafel
am Donnerstag, 25.03.2021 - 14:06 (1 Kommentar)

Die EU-Kommission will die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln stärken. Der Ökolandbau soll schneller wachsen. Dazu hat die Kommission heute (25.3.) in Brüssel einen Aktionsplan vorgestellt.

Zum einen sollen die Verbraucher besser über die Produktion ökologischer Nahrungsmittel informiert werden. Zugleich soll das Angebot von Bio-Erzeugnissen in öffentlichen Kantinen  und im Rahmen des EU-Schulprogramms ausgeweitet werden.

Der Aktionsplan zielt außerdem darauf ab, dem Betrug mit Bio-Produkten vorzubeugen, das Verbrauchervertrauen zu stärken und die Rückverfolgbarkeit von biologischen Erzeugnissen zu verbessern. Dabei sollen Privatunternehmen eine wichtige Rolle spielen, indem sie beispielsweise „Bio-Gutscheine“ an ihre Beschäftigten ausgeben, mit denen diese Bioprodukte kaufen können.

Deutlich mehr Fördermittel durch die neuen Öko-Regelungen

Die Kommission hob hervor, dass neben der Ausrichtung des Aktionsplans auf die Sogwirkung der Nachfrage auch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ein Schlüsselinstrument für die Förderung der Umstellung sei.

Im bisherigen GAP-Haushalt sind rund 1,8 % der Gelder - also 7,5 Mrd Euro - zur Unterstützung der ökologischen Landwirtschaft vorgesehen. Allerdings verspricht sich die Brüsseler Behörde von der GAP für den Zeitraum 2023 bis 2027 - je nach Ausgang der laufenden Verhandlungen - für die neu zu schaffenden Eco-Schemes Gelder in Höhe von 38 Mrd Euro bis 58 Mrd Euro. Im Rahmen der Öko-Regelungen könne auch der Ökolandbau gefördert werden, so die Kommission.

Bis 2030 soll der Ökolandbau 25 Prozent der Fläche ausmachen

Bis 2030 soll ein Viertel der Agrarfläche in der EU für Bio-Landwirtschaft genutzt werden. EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski sagte, er sei fest davon überzeugt, dass dieses Ziel erreicht werden könne.

Marlene Mortler, Europaabgeordnete und CSU-Agrar- und Ernährungspolitikerin, bezeichnete dieses Ziel als ambitioniert. 

Derzeit bestehen in den EU-Ländern große Unterschiede, was den Anteil der Bio-Landwirtschaftsfläche betrifft: Laut der Statistikbehörde Eurostat war Österreich 2019 mit einem Anteil von 25,3 Prozent Spitzenreiter. Schlusslichter sind Malta (0,5 Prozent) gefolgt von Irland (1,6) und  Bulgarien (2,3). Deutschland liegt mit 7,7 Prozent im unteren Mittelfeld.

Der Ökolandbau soll nachhaltiger werden

Laut dem Aktionsplan sollen die Leistungen der ökologischen Landwirtschaft im Hinblick auf die Nachhaltigkeit verbessert werden. Die entsprechenden Maßnahmen seien darauf ausgerichtet, den Tierschutz zu stärken, die Verfügbarkeit ökologischen Saatguts zu gewährleisten, den CO2-Fußabdruck des Sektors zu verkleinern und den Verbrauch von Kunststoff, Wasser und Energie „möglichst weitgehend“ zu reduzieren, erläuterte die Kommission.

Mit Material von AgE, dpa

Öko-Landbau: Fläche, Anteil, Betriebe - die wichtigsten Zahlen 2019

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