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Ökologische Landwirtschaft

EU beschließt Bio-Tierhaltungsregeln

Bio-Hühner auf einer Wiese
am Dienstag, 10.03.2020 - 10:28 (Jetzt kommentieren)

Am 3. März hat der Regelungsausschuss der EU-Mitgliedsstaaten (Committee on Organic Production, COP) die Tierhaltungsregeln beschlossen, welche die neue Öko-Basis-Verordnung 2021 ergänzen. Viele der geplanten Regelungen bleiben gleich, etwa die Flächenvorgaben für Bio-Sauen und -Rinder. Bei der Hühnerhaltung dagegen sind viele Neuerungen vorgesehen.

"Die Bio-Tierhalter wissen mit der Entscheidung über die konkreten Vorgaben, was mit Inkrafttreten des Bio-Grundgesetzes auf sie zukommen wird", sagt Peter Röhrig vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Die Bio-Bauern können damit einschätzen, an welchen Stellen sie ihre Tierhaltung anpassen müssen und welche Übergangsregeln gelten. 

"Bei den Grundsätzen der Tierhaltung bleibt sich die neue Öko-Verordnung treu", sagt Röhrig. Viele bewährte Regelungen bleiben gleich, etwa die Flächenvorgaben für Bio-Sauen und -Rinder. Neu ist, dass für Geflügel erstmals eine ‚Veranda‘ als überdachter Teil des Auslaufs eingeführt wird. Erstmals macht das Bio-Recht Vorgaben für Junghennen, Bruderhähne und Elterntiere.

Die neue EU-Öko-Verordnung tritt am 1.1.2021 in Kraft.

Das verändert sich bei der Bio-Tierhaltung konkret ab 2021

  • Bei Rindern und anderen Pflanzenfressern müssen zunächst 60 % und ab 2023 dann 70 % des Futters vom eigenen Betrieb oder aus der Region kommen. 30 % beträgt der Anteil für Schweine. Mehr regionales Bio-Futter bedeutet weniger Futtermittelimporte.
  • Ab 2035 müssen alle Tiere aus Öko-Aufzucht stammen. Mit Datenbanken soll die Verfügbarkeit transparent gemacht werden, um Angebot und Nachfrage aneinander zu bringen.
  • Neu ist die ‚Veranda‘ für Geflügel. Die Veranda ist überdacht sowie umnetzt, gilt als Teil des Auslaufs und kann freiwillig angeboten werden.
  • Der bisherige Außenklimabereich bei Geflügelställen kann dann Teil der Stallfläche sein, wenn er rund um die Uhr zugänglich ist, zum BeispielTränkeinrichtungen aufweist und einen zu mindestens zeitweisen Schutz vor zu kaltem Wetter ermöglicht. Für notwendige Anpassungen ist eine Übergangsfrist von drei Jahren vorgesehen.
  • Erstmal soll im EU-Bio-Recht die Zahl der möglichen erhöhten Ebenen in Geflügelställen festgelegt werden. Es sollen bei Legehennen bis zu zwei Ebenen zusätzlich zum Boden möglich sein. Es ist eine Übergangsregelung von acht Jahren vorgesehen.
  • Die neue bereits beschlossene Bio-Basisverordnung enthält erstmals Vorgaben für Junghennen, Bruderhähne und Elterntiere. Diese werden in dem jetzt diskutierten Rechtsakt durch konkrete Vorgaben für die Größe und Gestaltung von Stallflächen und Ausläufen ergänzt. Es gibt eine Reihe von Übergangsregelungen. Wichtig ist, dass die neuen Vorgaben allen Bio-Pionieren, die diese Bereiche aufgebaut haben, die Anpassung ihrer Betriebe ermöglicht.
  • Neu sind Vorgaben für Bruderhähne, hier sind für den Auslauf 1 m² pro Tier vorgesehenen (und 4 m² für Masthähnchen). 
  • Die Flächenvorgaben in der Bio-Sauen-, Schweine-, und -Rinderhaltung sollen unverändert bleiben. Künftig soll der Anteil an durchgängig festem Boden in Ausläufen für Schweine mindestens 50 % betragen. Bisher gab es hierzu keine Vorgabe. Die Übergangsfrist soll acht Jahre betragen.
  • Die EU-Kommission erkennt an, dass die Betriebe in den vergangenen Jahren auf Grundlage neuer nutztierethologischer Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen innovative Haltungssysteme entwickelt haben, die das Bio-Recht bisher nicht ausreichend berücksichtigt. Dies betrifft zum Beispiel Haltungssysteme für Schweine und Rinder, bei denen die Funktionsbereiche von Stall und Auslauf nicht mehr klar zuzuordnen sind und die sich in der Praxis als besonders tiergerecht erwiesen haben. Da die EU-Kommission aktuell unter hohem Zeitdruck steht, die Tierhaltungsregeln zu beschließen, hat sie angeboten, die Regeln ab 2021 erneut zu beraten. 
  • Für Bio-Gehege-Wild und -Kaninchen werden erstmals Bio-Regeln eingeführt.

 

Mit Material von BÖLW

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