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US-Handelsstreit

EU droht USA mit Strafzöllen auf Agrarprodukte

Ladekräne im Hafen
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
08.03.2018

Die Europäische Union droht den USA mit Strafzöllen auf die Lieferung verschiedener Agrarprodukte und Lebensmittel.

Eine noch unveröffentlichte Liste der EU-Kommission nennt unter anderem Saatgutmais, diverse Reisprodukte, Cranberries sowie Whiskey und Erdnussbutter als mögliche Warengruppen, die mit einem Sonderzoll belegt werden könnten. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström erläuterte vor Medienvertretern in Brüssel, die Zölle könnten eine mögliche Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf Stahl und Aluminium sein.

Trump hatte in der vergangenen Woche damit gedroht, die Importe von Stahl in die USA mit einem Zoll von 25 % zu belegen; bei Aluminium nannte er 10 %. Trump begründete dies unter anderem mit den Sicherheitsinteressen seines Landes.

Brüssel will Eskalation im Handelsstreit vermeiden

Malmström wies die Begründung Trumps scharf zurück. Sie betonte, die Europäische Union sei ein Partner der Nordamerikaner. Sie hält eher Wirtschaftsinteressen der Nordamerikaner für wirklich ausschlaggebend für die von Washington geplanten neuen Zölle. „Diese sind aber nicht konform mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO)“, betonte Malmström und rechtfertigte damit mögliche Gegenmaßnahmen der Europäer.

Die Handelskommissarin unterstrich die Bereitschaft der EU, eine Eskalation des Handelsstreits zu vermeiden. Sollte Trump seine Ankündigung allerdings wahr machen, sei Brüssel gezwungen, darauf zu reagieren. Auch eine Beschwerde bei der WTO werde dann folgen.

Mit Material von Agra-Europe (AgE)
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