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Außenhandel

EU erhebt Einfuhrzoll für Mais: Schutz vor niedrigpreisigen Importen

Maispflanzen
© imago/Rust
von , am
11.08.2017

Erstmals seit November 2014 erhebt die Europäische Union wieder Einfuhrzölle für Mais, Roggen und Sorghum.

Erstmals seit knapp drei Jahren erhebt die EU wieder Importzölle auf Mais, Roggen und Sorghum. Der Importzoll beträgt je 5,16 Euro/t. Die Regelung greift seit dem 8. August. Dadurch soll der innereuropäische Markt vor zu niedrigpreisigen Importen vom Weltmarkt geschützt werden.

Ausgelöst wurde die Wiedereinführung des Zolls durch einen Automatismus, der noch im Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATT) beziehungsweise dem Blair-House-Abkommen mit den USA verankert ist. Danach ist die EU berechtigt, ab einer definierten Differenz zwischen dem 1,55-fachen des EU-Interventionspreises und dem repräsentativen Einfuhrpreis cif Rotterdam einen Ausgleichszoll zu erheben. Der Mechanismus wird automatisch ausgelöst.

Zuletzt war für Mais, Roggen und Sorghum von Juli bis November 2014 ein Importzoll von 5,32 Eueo/t erhoben worden. Seither war der Zollsatz auf Null gesetzt.

Weltmarkt ist reichlich versorgt

Dass die Einfuhrpreise ein so niedriges Niveau erreicht haben, liegt an der sehr reichlichen Versorgung des Weltmarktes. Für Mais schätzt beispielsweise der Internationale Getreiderat (IGC) die Produktion 2016/17 auf die Rekordmenge von 1.072 Mio. t. Die Endbestände sollen mit 232 Mio. t ebenfalls ein Rekordniveau erreicht haben.

Allein in den vier wichtigen Exportländern Argentinien, Brasilien, Ukraine und USA lagerten zum Saisonabschluss 78 Mio. t.

Die Durchführungsverordnung der EU-Kommission zur Festlegung des Zolls wurde am 8. August im Amtsblatt veröffentlicht.

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