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Abstimmung

EU: Erneut keine Mehrheit für Zulassung von gv-Mais-Saatgut

Abgereifte Maispflanzen
© agrarfoto.com
von , am
27.01.2017

Der Anbau dreier gv-Maissorten in Europa bleibt vorerst ungewiss. Unter den EU-Staaten fehlte bei einem Treffen am Freitag in Brüssel die nötige Mehrheit. Deutschland enthielt sich erneut.

Der Anbau dreier genveränderter Maissorten in Europa bleibt vorerst ungewiss. Unter den EU-Staaten fehlte bei einem Treffen am Freitag in Brüssel die nötige Mehrheit, wie die EU-Kommission mitteilte. Die Bundesregierung enthielt sich nach Angaben von EU-Diplomaten. Verschiedene Ministerien sind sich uneins.

Deutschland hat ohnehin wie sechzehn andere Länder eine Ausnahme von der europäischen Zulassung der drei umstrittenen Maissorten beantragt, so dass Landwirte das Saatgut nicht ausbringen dürften. Zwei Staaten haben für bestimmte Gebiete Ausnahmeregelungen erwirkt.

EU-Staaten erneut uneins bei Abstimmung

Die EU-Staaten sind bei dem Thema tief gespalten. Bei der Abstimmung in Brüssel gab es für die Sorte MON810 zwölf Gegenstimmen und sechs Enthaltungen unter den 28 EU-Staaten. Der Anbau der Pflanze ist heute erlaubt, die Genehmigung muss aber demnächst erneuert werden. Bei den anderen beiden Sorten gab es dreizehn Gegenstimmen und sieben Enthaltungen.

Die EU-Kommission hält den Anbau der drei Maissorten für sicher. Sie kann versuchen, bei weiteren Sitzungen die nötige Mehrheit zu erzielen. Wenn dies nicht gelingt, könnte sie am Ende allein entscheiden. Es wäre die erste Zulassung von gentechnisch verändertem Saatgut seit 2010.

Grüne scheitern mit Antrag im Bundestag

Die Grünen hatten zu dem Thema einen Antrag im Bundestag eingebracht. "Die Vorschläge der Europäischen Kommission über die erneute Zulassung für den Anbau der gentechnisch veränderten Maislinie MON810 und über die erstmalige Zulassung der Linien 1507 und Bt11 sollen im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel abgelehnt werden", fordern sie darin. Die Regierungskoalition aus SPD und Union hatte sich gegen eine Abstimmung ausgesprochen.

In dem Zusammenhang kritisiert Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, auch Umweltministerin Hendricks: "Wenn Hendricks und die SPD es ernst meinen würden, hätten sie den Genmais heute gemeinsam mit uns im Bundestag stoppen können. Stattdessen verweigert die SPD aus überholter Koalitionsdisziplin und um nicht Farbe bekennen zu müssen mal wieder die Abstimmung über unseren Antrag."

Mit ihrer Stimmenthaltung in Brüssel schiebe die Bundesregierung die unpopuläre Entscheidung an die EU-Kommission ab, die den Genmais am Ende zulassen muss, wenn nicht genügend Staaten dagegen votieren, so Ebner.

Mit Material von dpa

Grün sticht: Die Top 10 der zugelassenen Traktoren 2016

John Deere Traktoren im Stroh
Mit 5.222 (über alle Klassen) zugelassenen Traktoren bzw. einem Anteil von 18 Prozent belegt John Deere wie schon im Vorjahr den ersten Platz. "Vor dem Hintergrund der niedrigen Milchpreise und den insgesamt schwachen landwirtschaftlichen Einkommen war ein höherer Traktorabsatz nicht zu erwarten" beschreibt Dr. Olaf Turß, Geschäftsführer der deutschen Vertriebs- und Marketingorganisation John Deere Vertrieb.Welches Modell der Hirschen am beliebtesten ist, erfahren Sie ab dem 24. Februar in der Ausgabe 3/2017 des dlz agrarmagazins. © Julia Eder
Fendt Traktor am Silo
2016 wurden 4.602 Fendt-Traktoren zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 16,0 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 17 Prozent, die ebenfalls für Platz 2 reichten. In welchen Regionen Fendt besonders beliebt ist, erfahren sie ebenfalls in der dlz 3/2017. © Julia Eder
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Nach diesen beiden großen Haien im Becken der Landtechnik-Hersteller, folgt nun ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Bereich zwischen 2.000 und 3.000 Zulassungen. Platz 3 konnte sich hierbei Deutz-Fahr sichern mit 2.743 Zulassungen und 9,5 Prozent Marktanteil. © Julia Eder
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Im Joint Venture erreichen die beiden Marken Case IH und Steyr Platz 4 mit zusammen 2.391 Zulassungen und einem Marktanteil von 8,3 Prozent. Die beiden Marken überholten damit den Viertplatzierten von 2015, nämlich ... © Julia Eder
Claas Traktor bei der Getreideernte
... Claas. Die Harsewinkler schafften es mit 2.048 Zulassungen nochmal in die Top 5 - und zwar haarscharf mit nur 27 Traktoren mehr als der Nächstplatzierte... © Julia Eder
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... Kubota mit 2.021 Einheiten bzw. einem Marktanteil von 7,0 Prozent. Der japanische Hersteller konnte im Vergleich zu 2015 einen Platz gutmachen und verzeichnete als einziger Hersteller unter den Top 10 mehr zugelassene Traktoren als 2015. © Julia Eder
New Holland Traktor auf dem Feld
Nach Grün, Rot und Orange fehlt noch die Farbe Blau: Die dritte Marke im Konzern CNH Industrial, New Holland, kann sich mit 1.970 Traktoren Platz 7 und einen Marktanteil von 6,9 Prozent sichern. © Julia Eder
Massey Ferguson Traktor auf dem Feld
Massey Ferguson hält sich mit 1.156 Zulassungen auf dem 8. Platz des Vorjahres. Weil insgesamt weniger Traktoren zugelassen wurden, konnte Massey Ferguson den Marktanteil sogar von 3,8 Prozent (2015) auf 4,0 steigern. © Werkbild
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Valtra-Traktor mit Frontgewicht
Erneut auf Platz 10 schaffen es die Finnen von Valtra mit 716 zugelassenen Einheiten und einem Marktanteil von 2,5 Prozent - immerhin 0,1 Prozent mehr als im Vorjahr 2015. © Julia Eder
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