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Strategiepapier

EU-Kommission: Strategie Farm to Fork für eine grünere Landwirtschaft

Kühe auf einer Weide neben einem blühenden Rapsfeld in Frankreich
am Montag, 02.03.2020 - 14:55 (1 Kommentar)

Weniger Dünger und Pflanzenschutz, weniger Antibiotika und mehr Tierwohl – das plant die EU-Kommission mit ihrer Farm-to-Fork-Strategie.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

Ende März will die neue EU-Kommission unter Führung von Ursula von der Leyen ihre Langfriststrategie „Vom Hof auf den Tisch“ („Farm to Fork“) beschließen. Ein vorläufiger Entwurf der 20-seitigen Mitteilung, die agrarheute vorliegt, zeigt, wohin die Reise gehen soll: Das Ziel ist ein „faires, gesundes und umweltfreundliches Nahrungsmittelsystem“.

Dazu plant die Brüsseler Behörde deutliche Eingriffe in die landwirtschaftliche Produktion. So sollen der „Einsatz und das Risiko“ von chemischen Pflanzenschutzmitteln bis 2030 reduziert werden. Wie stark die Reduktion sein soll, lässt das an die Presse durchgestochene Papier noch offen. In bewährter Brüsseler Manier steht an Stelle einer Prozentzahl eine eckige Klammer. Frühere Versionen enthielten allerdings schon einmal ein pauschales Reduktionsziel von 50 Prozent.

Landwirte sollen "neue Saaten" verwenden dürfen

Die Kommission dürfte mit ihrer Strategie ankündigen, neue Regeln zur Stärkung des integrierten Pflanzenschutzes vorzulegen. Darüber hinaus will die Behörde die EU-rechtliche Bewertung neuer Verfahren der Pflanzenzüchtung überprüfen.

„Neue Betriebsmittel“ wie „neue Saaten“ und „Alternativen zu Pflanzenschutzmitteln“ sollen den Landwirten helfen, sich an die Herausforderungen durch Klimawandel und Artenschwund anzupassen. Das bedeutet im Klartext, die europäischen Landwirte sollen künftig mit Hilfe der Genschere Crispr/CAS entwickelte Sorten nutzen dürfen.

Mehr Ökolandbau und weniger Düngemittel

Blühstreifen Öko

Als weitere Maßnahmen schlägt die Farm-to-Fork-Strategie vor, den Ökolandbau in der Gemeinschaft auszuweiten. Auch hier steht in dem vorläufigen Dokument bislang kein quantitatives Ziel.

Vage sind auch noch die Aussagen zum Einsatz von Mineral- und Wirtschaftsdünger. Nicht näher beschriebene Maßnahmen sollen eine Belastung von Grund- und Oberflächenwasser mit Nährstoffen verhindern.

Rechtlich verbindende Vorgaben für Antibiotikaminimierung

Spritze-Antibiotika-Medikament

Weiterhin kündigt die Brüsseler Behörde an, den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung und Aquakultur verringern zu wollen, erneut noch ohne beziffertes Minderungsziel.

Im Jahr 2028 will die Kommission entscheiden, ob rechtlich bindende Zielvorgaben nötig sind, um den Antibiotikaeinsatz im erwünschten Maß zurückzuführen.

Mitgliedstaaten sollen Energiebesteuerung überprüfen

Zu den weiteren Aktivitäten zählt die Strategie einen Legislativvorschlag zur Lebensmittelkennzeichnung und die Prüfung unterschiedlicher Formen von Tierwohl-Labeln. Lockern will die Kommission die Vorschriften zur Verfütterung von Eiweiß aus Insekten und Algen ebenso wie bestimmte Futtermittelverbote für Schweine und Geflügel.

Ferner sollen die Mitgliedstaaten ihre Energiebesteuerung und bestimmte Ausnahmeregeln zugunsten der Landwirtschaft überprüfen.

Voraussichtlich wird die EU-Kommission die Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ am 25. oder 31. März beschließen.

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