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EU-Agrarpolitik

EU-Kommission verschiebt Farm-to-Fork-Strategie

Gebäude der EU-Kommission in Brüssel
am Donnerstag, 19.03.2020 - 13:28 (Jetzt kommentieren)

Wegen der Corona-Krise verschiebt die EU-Kommission die Vorlage ihrer Agrarstrategie Farm to Fork. Auch eine Biodiversitätsstrategie kommt später.

Die ursprünglich für den 25. März geplante Vorlage der „From-Farm-to-Fork“-Strategie durch die Europäische Kommission wird aufgrund der Corona-Krise verschoben, und zwar voraussichtlich auf den 29. April. Auch die ebenfalls in der nächsten Woche geplante Vorstellung der Biodiversitätsstrategie soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Beide Vorhaben sollen einen relevanten Beitrag zur Erreichung der Klimaziele des Green Deal, dem Erreichen der Klimaneutralität bis 2050, leisten.

Halbierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln?

Im Rahmen der „From-Farm-to-Fork“-Strategie soll unter anderem eine deutliche Reduzierung des Dünge- und Pflanzenschutzmitteleinsatzes in der Landwirtschaft angestrebt werden. In einigen vorab bekannt gewordenen Entwürfen der Mitteilung war von einer Halbierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes bis 2030 die Rede. Darüber hinaus soll das Risiko antimikrobieller Resistenzen (AMR) gesenkt werden.

Eine ausführliche Analyse der geplanten Strategie lesen Abonnenten von agrarheute in der April-Ausgabe des Magazins oder online hinter der Aboschranke.

Agrarpolitiker wollen die Zeit zum Austausch nutzen

Norbert Lins, CDU-Europaabgeordneter

Der Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses im Europaparlament, Norbert Lins, begrüßte die Verschiebung.

Lins hatte sich in einem Schreiben an die EU-Kommission ungeachtet der Corona-Krise für eine Verschiebung eingesetzt, um die teilweise umstrittenen Vorhaben mit den Agrarpolitikern des Europaparlaments zu diskutieren.

Nun plant Lins einen Austausch mit den zuständigen Kommissaren für Gesundheit, Landwirtschaft und Umwelt am 15. und 16. April.

Interessen der Nutztierhaltung berücksichtigen

Derweil haben elf EU-Dachverbände des Nutztiersektors mit Blick auf die „From-Farm-to-Fork“-Strategie in einem Brief die Leistungen der eigenen Branche unterstrichen. In einem gemeinsamen Schreiben fordern unter anderem die Vertreter der EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA), der Europäische Dachverband der Mischfutterindustrie (FEFAC) sowie die Europäische Vieh- und Fleischhandelsunion (UECBV) die Brüsseler Kommission auf, die Besonderheiten in der EU-Wertschöpfungskette für Nutztiere hinreichend zu berücksichtigen.

Die Verbände stellen in ihrem Schreiben klar, dass der Agrarsektor seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten wolle. Allerdings müsse die EU-Kommission sicherstellen, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen der Strategie auch auf wissenschaftlichen Grundlagen beruhen. Zudem pocht der Sektor mit Nachdruck darauf, die Anforderungen gleichmäßig auf die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette zu verteilen. Eine zu einseitige Belastung der Erzeugerseite müsse unter allen Umständen verhindert werden.

Mit Material von AgE

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