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Glyphosat-Streit

EU-Parlament im Clinch mit Monsanto

Plenum des Europäischen Parlaments
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
29.09.2017

Das Europaparlament hat Lobbyisten des US-Konzerns Monsanto die Zugangsausweise zum Parlament entzogen. Die Entscheidung fällten die Fraktionsvorsitzenden am Donnerstag auf Antrag der Grünen.

Nach Angaben es deutsche Grünen-Abgeordneten Sven Giegold ist es das erste Mal, dass einem Unternehmen der Zugang zum Europaparlament entzogen wird. Die Entscheidung gelte bis auf Weiteres.

Hintergrund ist nach Angaben der Grünen die Weigerung des Konzerns, zu einer Anhörung im Parlament zu erscheinen.

So war Monsanto-CEO Hugh Grant für den 11. Oktober zu einer öffentlichen Anhörung über die Rolle von Monsanto bei der Verlängerung der EU-Zulassung für den Herbizidwirkstoff Glyphosat eingeladen worden. Das Unternehmen lehnte eine Teilnahme seines Vorstandschefs oder anderer Firmenvertreter jedoch ab.

Populismus untergräbt die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit

In einem Schreiben, das bereits vom 29. August datiert und von den Grünen verbreitet wurde, kritisiert Monsanto-Vizepräsident Philip Miller, es sei nicht Aufgabe des Europäischen Parlaments, die Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse der unabhängigen EU-Agenturen oder von Sicherheitsbehörden in Drittstaaten zu hinterfragen. Miller kritisiert eine "Politisierung" des Zulassungsverfahrens für Glyphosat in der EU. Statt eines strikt wissenschaftlichen Prozesses sei das Verfahren zur Geisel des Populismus geworden.

Mit Material von dpa
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