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Veterinärrecht

EU-Parlament stimmt für strengere Regeln zur Antibiotikaabgabe

Tierarzt-bei-Kontrolle
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
26.10.2018

Tierärzte und Tierhalter in der Europäischen Union müssen sich auf strengere Regeln für die Abgabe beziehungsweise den Einsatz von Antibiotika bei Nutztieren einstellen.

Das Europaparlament hat für eine entsprechende Verschärfung der Regeln gestimmt. Diese geht auf eine Einigung aus dem Trilog mit der EU-Kommission und dem Rat vom Juni 2018 zurück.

Bis das Vorhaben EU-weit in Kraft treten kann, bedarf es allerdings noch der formellen Zustimmung der Mitgliedstaaten.

Gemäß der Neuregelung dürfen bei Erkrankung eines Tieres im Bestand die noch gesunden Tiere nicht mehr ohne weiteres prophylaktisch mit Antibiotika behandelt werden. Dies soll in Zukunft nur noch in absoluten Ausnahmefällen und lediglich für Einzeltiere erlaubt sein. Außerdem sollen bestimmte Reserveantibiotika ausschließlich dem Menschen vorbehalten bleiben.

Klinische Untersuchung als Voraussetzung

Darüber hinaus sollen Tierärzte verpflichtet werden, jede prophylaktische oder metaphylaktische Verschreibung von antimikrobiellen Mitteln schriftlich zu begründen und zu dokumentieren. Voraussetzung ist eine klinische Untersuchung des betreffenden Tieres.

Berichterstatterin Françoise Grossetête von der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) bezeichnete das Votum als wichtigen Schritt für mehr öffentliche Gesundheit. Abgesehen von Landwirten oder Tierhaltern betreffe der Einsatz von Tierarzneimitteln alle Bürger, da diese direkte Auswirkungen auf die Umwelt und die Nahrung hätten und somit auch auf die Gesundheit.

Lobend hob die Französin hervor, dass nun der Verbrauch von Antibiotika in Tierhaltungsbetrieben gesenkt werden könne und damit das Risiko von Antibiotikaresistenzen auch beim Menschen deutlich verringert werde.

SPD sieht dringenden Handlungsbedarf

Das stellvertretende Mitglied im Landwirtschaftsausschuss, Susanne Melior, kritisierte, dass durch den übermäßigen Einsatz von Antibiotika bei Tieren die Entstehung multiresistenter Keime befeuert werde.

Das sei nicht nur für die Tiere, sondern vor allem für die Menschen gefährlich. Deshalb sei es höchste Zeit, den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung zu senken, so die SPD-Politikerin.

Mit Material von Agra-Europe
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