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Freihandelsabkommen

EU und USA unterzeichnen Abkommen über Rindfleischimport

Rinder in den USA
am
05.08.2019
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Die EU und die Vereinigten Staaten haben die im Juni beschlossene höhere Importquote für US-Rindfleisch formal unterzeichnet.

Am vergangenen Freitag unterzeichneten Vertreter der EU und der USA die Vereinbarung im Weißen Haus in Washington.

Wie schon im Juni bekannt geworden war, dürfen die USA künftig bis zu 35.000 t Rindfleisch aus hormonfreier Mast nach Europa liefern. Das für US-Beef reservierte Kontingent geht zu Lasten der Mercorsur-Staaten, denn die gesamte zollbegünstigte Einfuhrmenge bleibt bei 45.000 t pro Jahr.

Das Abkommen muss vom EU-Parlament noch final bestätigt werden, die Zustimmung gilt jedoch als unproblematisch.

US-Beef soll europäische Standards erfüllen

Die EU erklärte, «Qualität und Sicherheit» des importierten Rindfleisches würden weiterhin den strengen EU-Standards entsprechen.

US-Präsident Donald Trump sprach von einem "Durchbruch" und einem "riesigen Erfolg" für die amerikanischen Farmer, die von der EU bisher nicht fair behandelt worden seien. Der Wert der zollfreien Rindfleischlieferungen werde innerhalb von sieben Jahren von 150 Millionen Dollar (135 Millionen Euro) auf 420 Millionen Dollar (378 Millionen Euro) steigen.

Brüssel und Washington verhandeln derzeit ein umfassendes Handelsabkommen. Gerade beim Thema Landwirtschaft gehen die Vorstellungen aber noch weit auseinander. Die EU will die Landwirtschaft aus dem Abkommen ausklammern, was die USA ablehnen. Bis November soll es eine Einigung geben - was Experten für kaum realistisch halten.

Rukwied kritisiert Zugeständnisse zu Lasten der EU-Landwirte

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, kritisierte das
Abkommen. «Ob Mercosur oder das Abkommen mit den USA - die EU macht zunehmend
Zugeständnisse zu Lasten der europäischen Landwirte», sagte Rukwied am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. «Das sehen wir mit großer Sorge. Den
europäischen Markt für den transatlantischen Import von landwirtschaftlichen Gütern zu öffnen, ist auch vor dem Hintergrund der Klimadiskussion nicht zu rechtfertigen.»

Mit Material von dpa
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